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  • Krebsrisiko: Zähneputzen schützt vor Tumor

    Menschen, die regelmäßig und gut ihre Zähne pflegen, reduzieren ihr Risiko, an Krebs zu erkranken

    Regelmäßige Mundhygiene schützt nicht nur Zähne und Zahnfleisch, sie kann auch dazu beitragen, Krebserkrankungen der Speiseröhre und der oberen Atemwege zu verhindern. Darüber berichten Wissenschaftler aus Japan in der Fachzeitschrift Head & Neck.
    In ihrer Studie mit 856 Krebspatienten und 2696 gesunden Kontrollpersonen stellten die Wissenschaftler fest, dass jene Teilnehmer, die ihre Zähne mindestens zweimal täglich gründlich reinigten, ein niedrigeres Tumorrisiko besaßen als Einmalputzer. Bei denjenigen, die nie zur Zahnbürste griffen, war das Krebsrisiko erhöht.

    17.02.2012, W&B

     

  • Arzneimittelsicherheit

    Initiative gegen Medikamentenfälschungen

     

    Apotheker sowie Pharmagroßhändler und -hersteller gehen gemeinsam gegen Fälschungen vor

    Gefälschte Arzneimittel stellen in Europa und damit auch in Deutschland ein wachsendes Problem dar. Einfallstor ist meist der illegale Versandhandel. Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass der Fälschungsanteil hier bei rund 50 Prozent liegt – Tendenz steigend. Dagegen gilt der legale Vertriebsweg vom Hersteller über den Großhandel in die Apotheken als sehr sicher. Hier tauchten bisher nur vereinzelt gefälschte Arzneimittel auf.

    Mit der Globalisierung des Arzneimittelmarkts steigt aber das Risiko, dass Fälschungen auch in die legale Lieferkette gelangen. Um gefälschte Arzneimittel auch in Zukunft von Apotheken fernzuhalten, haben sich alle Beteiligten der Lieferkette zu der Initiative Securpharm zusammengeschlossen. Die Initiative entwickelt ein Siche­rungssystem, mit dem Apotheker im Beisein der Patienten die Echtheit von Arzneimitteln prüfen können.
    Anstoß zu der Initiative gab eine neue EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Arzneimittelfälschun­gen: Europaweit sollen Präpa­rate künftig mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen versehen werden, welche die Identifizierung jeder einzelnen Packung ermöglichen. Die Verordnung soll 2016 in Kraft treten. Bis dahin versucht die Initiative die Vorgaben auf nationaler Ebene umzusetzen.
    Für einen im Januar 2013 beginnenden Pilotversuch versehen ausgewählte Hersteller die Packungen rezeptpflichtiger Arzneimittel mit einem zweidimensionalen Data-Matrix-Code, wie er zum Beispiel von Bahnfahrkarten bekannt ist. Jede Packung erhält eine individuelle Seriennummer, die in einer Datenbank gespeichert wird. Damit wird sie zum Unikat.
    Um den Code entziffern zu können, werden die Apotheken mit speziellen Lesegeräten ausgestattet. Bevor der Apotheker ein Medikament abgibt, startet er eine Abfrage in der Datenbank. Ist die Seriennummer in Ordnung, gibt das System grünes Licht, und die Packung wird als „abgegeben“ vermerkt. Eine unbekannte oder bereits abgegebene Packungsnummer löst hingegen Alarm aus. Der Patient erhält eine andere Packung, und der Apotheker geht der Sache auf den Grund. Die Beteiligten der Initiative sind zuversichtlich, dass diese zusätzliche Kontrolle Fälscher künftig abschrecken wird.
    Eine dreimonatige Testphase soll die Alltagstauglichkeit des Konzepts unter Beweis stellen. Zunächst gilt es, die technischen Voraussetzungen für eine zügige Abfrage zu schaffen. Die Arbeitsabläufe dürfen nicht behindert oder verzögert werden. Auf die Apotheken kommen Mehrkosten für die Ausrüstung zu. Am stärksten ist jedoch die Pharmaindustrie betroffen, die ihre Produktionsstraßen umrüsten muss.
    Die Bereitschaft, in noch aufwendigere Sicherungssysteme zu inves­tieren, hält sich derzeit in Grenzen. RFID-Transponder (Radio Frequency Identification), wie sie in der Bekleidungsindustrie als Diebstahlschutz zum Einsatz kommen, werden sich daher schwer durchsetzen. Sie sind sicherer als Data-Matrix-Codes, aber auch teurer.

    RFID-Transponder bestehen aus einem Speicherchip und einer Antenne, die über Funkwellen mit einem Lesegerät kommuniziert. Der Chip kann ausgelesen und beschrieben werden, sodass Großhandel und Apotheken Informationen ergänzen können. Damit könnte man den Weg eines Arzneimittels vom Hersteller bis zum Patienten lückenlos nachvollziehen. Veränderbare Informationen wären zudem schwerer zu kopieren als Data-Matrix-Codes. Außerdem ließen sich ohne Sichtkontakt mehrere Packungen auf einmal auslesen. Das würde wiederum Zeit sparen und die Arbeit erleichtern.
    Ein Forschungsprojekt konnte zeigen, dass sich die Kosten verringern, wenn die Antennen bereits während der Herstellung auf die Packung gedruckt werden. Die RFID-Technik bietet sich vor allem für hochpreisige Medikamente und Betäubungsmittel an. Welche Arzneimittel mit einem Fälschungsschutz versehen werden müssen, legt die EU-Kommission noch fest.

    22.02.2012  W&B

     

  • Allergie: Milben, winzige Quälgeister

    29.02.2012

    Der Kot von Milben macht Hausstaub für viele Menschen zu einer Allergiequelle. So schützen Sie sich

    Ob sich so eine Milbe wie im Schlaraffenland fühlt? Hausstaubmilben ernähren sich von Hautschuppen. Und die finden sie reichlich, wo Menschen viel Zeit verbringen: in der Wohnung, und dort vor allem im Bett.

    Bis zu zwei Gramm Hautschuppen verliert ein Mensch am Tag. Für die winzigen, etwa einen viertel Millimeter großen Spinnentiere ein üppiges Angebot, das sie in ihrem wenige Monate dauernden Leben bestens ernährt.

    Hausstaub setzt sich aus einem Gemisch ganz verschiedener Partikel zusammen: Fasern, Pflanzenteile, Haare, Schuppen – und eben auch Milben und ihre Hinterlassenschaft. Mehrere Tausend von ihnen leben in jedem Gramm Hausstaub. In Europa gehören sie vor allem der Art Dermatophagoides pteronyssinus an.

    Die meisten Menschen ahnen nicht, dass sie ihr Heim mit Millionen gefräßiger Winzlinge teilen. Doch manchen bereitet deren Anwesenheit massive Beschwerden – sie reagieren auf den Milbenkot allergisch. Die Nase läuft, die Augen tränen, jucken und sind gerötet. Viele Betroffene erkranken an Asthma mit Husten und Atemnot.

    Nach Angaben des Deutschen Allergie- und Asthmabunds (DAAB) leiden in Deutschland rund zehn Prozent der Bevölkerung unter einer Hausstaub-Allergie. Anders als für Heuschnupfen-Geplagte ist für sie das ganze Jahr über Saison. Die Symptome treten typischerweise nachts und morgens beim Aufstehen auf.

    Mehr Probleme im Winter

    Oft verstärken sich die Probleme während der Herbst- und Wintermonate. Milben fühlen sich bei einer hohen relativen Luftfeuchtigkeit am wohlsten. Obwohl zu Beginn der Heizperiode mit sinkender Luftfeuchtigkeit ein Großteil der Tiere stirbt, treten jetzt heftigere Beschwerden auf. Milbenkörper und Kot zerfallen, und die Allergene werden vermehrt freigesetzt.

    Bei einer Allergie hält das Immunsystem eigentlich harmlose Substanzen für gefährlich und setzt bei Kontakt mit dem vermeintlichen Übeltäter eine Abwehrreaktion in Gang, indem es vermehrt Histamin und andere Botenstoffe ausschüttet.

    Weil auch andere Allergien, etwa gegen Schimmelpilze, ähnliche Beschwerden hervorrufen können, wird der Facharzt durch verschiedene Tests die Allergene genau bestimmen. Die wichtigste Therapie-Maßnahme ist es, die Milbenlast möglichst gering zu halten.

    Meist helfen den Betroffenen Antihistaminika, welche die Wirkung des Histamins reduzieren. Eventuell wird der Arzt auch ein Kortison-Nasenspray verordnen. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die spezifische Immuntherapie.

    Der Patient bekommt über mehrere Jahre hinweg das Allergen in einer winzigen Menge verabreicht, damit sich das Immunsystem daran gewöhnt. Hausstaub-Allergiker haben nach einer erfolgreichen Immuntherapie weniger Beschwerden und brauchen weniger Medikamente. Auch ihr Asthmarisiko ist geringer.

    Spezielle Hüllen, sogenannte Encasings, schützen Matratzen allergendicht. Neue Matratzen vor dem ersten Benutzen damit beziehen. Wenn mehrere Personen in einem Raum schlafen, brauchen alle Matratzen Encasings. Oberbetten und Kopfkissen mindestens alle drei Monate bei 60 Grad waschen oder mit allergendichten Zwischenbezügen versehen.

    Auf "Staubfänger" verzichten. Vor allem im Schlafzimmer sollte möglichst wenig offen herumstehen. Üppige Gardinen, viele Kissen und Bücherregale lassen sich auch mit sorgfältigem Putzen nicht staubfrei halten.

    So können Sie die Belastung mindern:

    • Vorhänge regelmäßig waschen. Versteckte Staubnester, zum Beispiel auf oder unter Schränken, regelmäßig mit einem feuchten Lappen beseitigen.
    • Für Kinder waschbare Kuscheltiere kaufen.
    • Ob Teppiche oder glatte Böden günstiger sind, lässt sich nicht eindeutig sagen. Glatte Böden sind nur dann von Vorteil, wenn sie mindestens jeden zweiten Tag feucht gewischt werden. Wer sich für Teppichböden entscheidet, sollte kurzflorige wählen.
    • Staubsauger mit speziellen Feinstaubfiltern benutzen. Diese halten die eingesaugten Mikropartikel zurück und verhindern, dass sie wieder in die Luft gewirbelt werden. Etwa einmal im Jahr Filter wechseln.
    • Überlassen Sie Arbeiten, bei denen Staub aufgewirbelt wird, nach Möglichkeit Personen, die keine Probleme mit Hausstaub haben.
    • Im Winter mehrmals täglich lüften. Das hält die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung niedrig.

     

  • Blutarmut: Eisen richtig einnehmen

    Manche Nahrungsmittel behindern die Aufnahme von Eisen in den Körper

    Wer wegen einer Blutarmut ein ­Eisenpräparat verordnet bekommen hat, muss auf die Ernährung achten, denn eine Reihe von Nahrungsmitteln verschlechtert die Eisenaufnahme. Dazu gehören Rotwein, Kaffee, schwarzer Tee und Milch sowie Milchprodukte. Halten Sie unbedingt ­einen zeitlichen Abstand von etwa zwei Stunden ein zwischen dem Verzehr der genannten Nahrungsmittel und der Einnahme des Eisenpräparats.

  • Die perfekte Hausapotheke

    Eine Grundausstattung an Arzneien und Verbandstoffen benötigt jeder Haushalt. Bei der Aufbewahrung wird jedoch vieles falsch gemacht. So vermeiden Sie Fehler

    Meistens wird man gerade dann krank, wenn Arztpraxen und Apotheken geschlossen haben. Bei leichten Beschwerden sollten dann wenigstens die passenden Medikamente griffbereit liegen, um die lästigen Symptome zu lindern. Doch nur etwa jeder vierte Deutsche verfügt über eine durchdacht und gezielt zusammengestellte Hausapotheke, wie eine Umfrage der GfK im Auftrag der Apotheken Umschau im Dezember 2011 zeigte. Und selbst wenn eine respektable Medikamentensammlung vorhanden ist, wird der gute Vorsatz nicht selten durch Fehler bei der Lagerung oder beim Umgang mit den Präparaten zunichtegemacht.

    Fehler 1: Falsche Aufbewahrung
    Die Umfrage der Apotheken Umschau hat es erneut gezeigt: Mehr als die Hälfte der Bundesbürger bewahren ihre Hausapotheke im Badezimmer auf. Das ist der denkbar schlechteste Raum, weil Wärme und Feuchtigkeit die Haltbarkeit der Arzneimittel beeinträchtigen können. Besser ist es, die Medikamente im Schlafzimmer oder im Flur aufzubewahren – und zwar so, dass sie für Kinder nicht erreichbar sind.

    Fehler 2: Angebrochene Packungen
    Viele verfügen über ein Sammel­surium von Arzneimittelresten, die ihnen der Arzt irgendwann einmal verschrieben hat. Wer ein Medikament auf Rezept bekommt, sollte es nach dem Ende der Therapie entsorgen. Eine spätere eigenmächtige Einnahme ist wegen der für Laien unüberschaubaren Neben- und Wechselwirkungen zu risikoreich. Das gilt besonders für Antibiotika, deren Restbestände von manchen beim nächsten Virusinfekt eingenommen werden, obwohl sie nur gegen Bakterien wirken.

    Fehler 3: Abgelaufene Medikamente
    Etwa einmal im Jahr sollten Sie die Hausapotheke auf abgelaufene Medikamente überprüfen. Auch sterile Verbandstoffe haben ein Verfallsdatum. Unsterile Mull- oder Fixierbinden können außerdem im Lauf der Zeit an Elastizität einbüßen, Pflaster ihre Klebeeigenschaften verändern. Manchmal gehen auch Verbandscheren oder
    Fieberthermometer verloren. Wer seine Hausapotheke instand halten will, sollte den Arznei- und Verbandmittelvorrat regelmäßig überprüfen und auffüllen. Dabei hilft auch gerne Ihre Apotheke.

    Fehler 4: Fehlende Verpackung
    Lose herumliegende Blisterstreifen mögen platzsparend sein, die zugehörigen Faltschachteln erleichtern im Notfall aber das schnelle Auffinden des richtigen Medikaments. Weil viele Fragen erst im Lauf der Therapie auftauchen, darf auch der Beipackzettel nicht fehlen. So kann man sich zum Beispiel schnell vergewissern, ob ein bestimmtes Symptom vielleicht eine typische Nebenwirkung ist, die einer ärztlichen Kontrolle bedarf.

    Fehler 5: Unbeschriftete Medikamente
    Hilfreich ist es, die Medikamente in der Hausapotheke zusätzlich zu beschriften – zum Beispiel für welche Beschwerden sie sich eignen, wie man sie dosiert oder für welches Familienmitglied sie „reserviert“ sind. Das ist besonders bei Nasensprays zu empfehlen, die am besten immer nur von einer Person benutzt werden. Flüssige Zubereitungen sollten außerdem mit dem Anbruchdatum versehen werden, da sie meist nur eine begrenzte Haltbarkeit haben. So lässt sich schnell erkennen, wann sie zu entsorgen sind.

    Checkliste für die Hausapotheke:

    Verbandmaterial: Sterile Kompressen, Mullbinden und elastische Binden, Verbandpäckchen, Brandwundenverbandpäckchen, Heftpflaster, Verbandklammern, Sicherheitsnadeln, wasserdichter Fixierverband, Wundschnellverband, Pflasterstrips, Sprühpflaster, Verbandwatte, Splitterpinzette, Verbandschere
    Arzneimittel: Schmerz- und Fiebermittel, Mittel gegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen, Präparate gegen Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen, Blähungen, Verstopfung und Durchfall, Salben oder Cremes gegen Mückenstiche, Sonnenbrand, Juckreiz (Antihistaminikum), Wunddesinfektionsmittel, Wund- und Heilsalbe, Salbe oder Gel gegen Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen
    Sonstiges: Fieberthermometer, Kühlkompressen, Erste-Hilfe-Anleitung, Notrufnummern

  • Kosmetik: Pflanzen für die Haut

    Wirkstoffe aus verschiedenen Pflanzen können gegen Entzündungen der Haut helfen, Feuchtigkeit spenden und Falten vorbeugen

    Bei vielen Hautproblemen hat sich der Einsatz von Pflanzenkosmetik bewährt. Das gilt zum Beispiel für:

    Trockene Haut: Auszüge aus Aloe vera befeuchten. Cremes mit Kakao- und Sheabutter helfen, Feuchtigkeitsdepots aufzubauen.

    Empfindliche Haut:
    Mandelöl beruhigt. Kamille, Birkenblätter und Ringelblume beugen Irritationen vor.

    Fettige Haut: Iris, Zaubernuss (Hamamelis) und Wegwarte sollen die Haut klären und die Poren verfeinern.

    Fältchen: Nachtkerzenöl, Granatapfel und Rotklee wehren schädigende Einflüsse ab und beugen so der Hautalterung vor.

    Cellulite: Birke, Efeu, Frauenmantel und Schachtelhalm sollen in Cremes und Ölen für ein gleichmäßigeres Hautbild an Oberschenkeln und Po sorgen.
    29.09.2011, Apotheken Umschau

  • Herzinfarkt: So schützen sich Frauen am besten

    Sport, die richtige Ernährung und eine gesunde Lebensweise können das Herztod-Risiko deutlich senken

    Frauen, die nicht rauchen, schlank bleiben, täglich eine halbe Stunde Sport treiben und viel Obst, Gemüse, Nüsse sowie Vollkornprodukte essen, können sich so meist vor einem tödlichen Herzinfarkt schützen. Das errechnete ein Team des Brigham and Women’s Hospital in Boston (USA) anhand einer Studie mit knapp 82.000 Krankenschwestern.
    Je mehr sich Frauen an diese Regeln hielten, umso stärker nahm ihr Risiko für einen plötzlichen Herztod ab. Das Fazit der Wissenschaftler: 81 Prozent dieser Todesfälle sind mit dem gesunden Lebensstil zu vermeiden.
    03.10.2011, Apotheken Umschau

  • Männer: Nutzt die Darmkrebsvorsorge!

    Das starke Geschlecht hat ein höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken als Frauen. Eine rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung kann Leben retten

    Männer haben in jedem Alter ein deutlich höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, als Frauen. Davor warnen Forscher des Uniklinikums München und legen nahe, früh mit entsprechenden Vorsorge-Untersuchungen zu beginnen. Sie werteten die Daten von 600.000 Darmspiegelungen aus.
    Derzeit empfehlen medizinische Fachgesellschaften eine erste Darmspiegelung ab einem Alter von 55 Jahren, unabhängig vom Geschlecht. Ein unbefriedigender Zustand, meinen die Wissenschaftler. Tumorvorstufen würden sich bei Männern im Durchschnitt früher entwickeln.
    04.10.2011, Apotheken Umschau

  • Glücksbaum: Arznei vom Wegesrand

    In China schmückt er die Landschaft. Für Krebspatienten eröffnet der Glücksbaum Therapiemöglichkeiten

    "Glücklicher Baum" tauften ihn die Menschen im alten China. Diesen Ehrentitel erhielt er, so die Legende, zum Dank dafür, dass er Menschen von lästigen Krankheiten wie Erkältungen und Halsschmerzen befreit und ihnen darüber hinaus Glück bringen soll.
    Vielleicht gaben ihm die Chinesen den Namen aber auch aufgrund seines imposanten Erscheinungsbilds an Straßenrändern und Plätzen. Denn Camptotheca acuminata ist tatsächlich eine Schönheit. Die cremefarbenen Blüten sehen aus wie kleine Igel. Im Sommer entwickeln sich daraus zarte, bizarr geformte Früchte. Die dunkelgrünen Blätter sind länglich oval bis elliptisch und färben sich im Herbst leuchtend rötlich orange. Der Glücksbaum wird bis zu 16 Meter hoch.
    Heilversuche mit seinen Wirkstoffen wurden bereits bei Krankheiten der Gallenblase, Leber, Milz und des Magens unternommen, angeblich auch bei Tumoren. Bei Hautbeschwerden wie der Schuppenflechte hofften die Menschen ebenfalls mit seiner Hilfe auf Linderung.

    Medizin aus dem Reich der Mitte

    „Camptotheca acuminata zählt zu den Heilpflanzen, die auch in der traditionellen Medizin Chinas von Bedeutung waren“, sagt Professor Henry Johannes Greten, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Dekan der Heidelberger Schule für Chinesische Medizin.
    Die Heilkunde aus dem Reich der Mitte greift uraltes Wissen auf. „Das legendäre und älteste erhaltene Arzneibuch Chinas, das Shennong ben cao jing, beschreibt 365 Heilpflanzen. Es entstand bereits in vorchristlicher Zeit“, berichtet Greten. Seit wann es die TCM tatsächlich gibt, bleibt unklar. „Funde von Akupunkturnadeln sind bis zu 6000 Jahre alt“, weiß der Experte aus Heidelberg.
    Die fernöstliche Medizin begreift den Menschen als ganzheitliches Wesen, zu dem Körper und Seele, aber auch die Lebensumstände, die Beziehung zur Familie und andere Einflüsse gehören, die sich auf sein Wohlbefinden auswirken. Den Gesundheitszustand verstehen die Anhänger der Lehre als Wechselspiel von Yin und Yang, zwei gegensätzlichen, aber einander ergänzenden Kräften.
    Dazu passt auch der Glücksbaum mit seinen zwei Gesichtern: Einerseits ist er einfach nur schön, andererseits besitzt er ein großes Heilpotenzial. Die moderne Medizin interessiert sich vor allem für den Inhaltsstoff Camptothecin, der tumorhemmend wirkt. Ärzte setzen ihn heute in abgewandelter Form bei Krebspatienten ein.

    Ein Stoff bremst den Krebs

    „Wir verwenden Camptothecin nicht direkt, es ist nicht so gut verträglich“, erklärt Professor Manfred Jung vom Pharmazeutischen Institut der Universität Freiburg. Die daraus halbsynthetisch hergestellten Arzneistoffe Topotecan und Irinotecan werden bei bestimmten Formen von Lungenkarzinomen, wiederkehrendem Gebärmutterhalskrebs und Tumoren im Dickdarm eingesetzt.
    „Dass diese Stoffe das Krebswachstum bremsen, haben Forscher im Rahmen einer Reihenuntersuchung entdeckt“, sagt Experte Jung. Camptotheca acuminata war ein Glückstreffer bei dieser Suche. Die Chinesen wussten schon vor Jahrhunderten, dass es sich um einen „glücklichen Baum“ handelt.
    05.10.2011, Apotheken Umschau

  • Karotten: Knabbern für ein langes Leben

    Alpha-Carotin kann für ein langes Leben sorgen. Der Stoff ist beispielsweise in Mohrrüben enthalten

    Wer sich gesund ernährt und regelmäßig Gemüse mit reichlich Alpha-Carotin zu sich nimmt, kann damit sein Leben verlängern. Diesen Schluss legt eine Studie aus Atlanta (USA) mit mehr als 15.000 Erwachsenen nahe. Insgesamt starben in dem Beobachtungszeitraum von 14 Jahren 3810 Personen.
    Menschen mit einem hohen Alpha-Carotin-Spiegel im Blut hatten ein um 39 Prozent geringeres Sterberisiko als jene mit den niedrigsten Werten. Ernährungstipp: Karotten und Kürbis sowie dunkelgrünes Gemüse enthalten den Stoff reichlich.
    07.10.2011, Apotheken Umschau

  • Abnehmen: Was dick und dünn macht

    Wer abspecken möchte, sollte nicht nur weniger essen, sondern auch darauf achten, was er zu sich nimmt

    Weniger essen, sich mehr bewegen. Nicht immer geht diese einfache Formel auf, wenn man sein Gewicht halten möchte, so eine Studie im New England Journal of Medicine. Es kommt auch darauf an, was man isst. Forscher der Harvard Medical School maßen über 20 Jahre hinweg die Gewichts­­veränderung von 120 000 US-Amerikanern und fahndeten nach den schlimms­ten Dickmachern. Im Schnitt legten die Teilnehmer innerhalb von vier Jahren 1,5 Kilo zu.
    Wer häufig Kar­tof­feln, zuckerhaltige Getränke, rotes Fleisch und Wurst aß, wurde dicker. Am meisten nahmen ­diejenigen zu, die regelmäßig Kartoffelchips futterten – ­diese fielen weit mehr ins Gewicht als Süßigkeiten. Wer dagegen öfter zu Gemüse, Vollkornprodukten, Früchten und Nüssen griff als zuvor, nahm ab. Als idealer Dünnmacher erwies sich Joghurt. Möglicherweise beeinflusst er über die Zusammensetzung der Darmbakterien das Gewicht, meinen die Forscher.
    10.10.2011, Apotheken Umschau

  • Salz: Weißer Suchtfaktor

    Salz löst im Gehirn Glücksgefühle aus, haben Forscher herausgefunden

    Salz ist für den Körper unentbehrlich. Um die Salzzufuhr sicherzustellen, trickst er sogar den Geist aus: Nimmt man das Mineral zu sich, wird im Belohnungszentrum des Gehirns ein Gefühl der Befriedigung ausgelöst – ähnlich wie beim Konsum von Kokain oder Heroin. Diesen Zusammenhang entdeckten Wissenschaftler der Duke-Universität in Durham (USA) bei Mäusen. Salzentzug mache das Gehirn empfänglicher für die Wirkung des „Glückshormons“ Dopamin, so die Forscher im Fachblatt PNAS. Bekamen die Tiere wieder Salz, reagierte ihr Hirn mit intensiven Glücksgefühlen.
    11.10.2011, Apotheken Umschau

  • Mundgeruch: Peinliche Brise

    Schlechter Atem wirkt auf andere abstoßend. Er kann aber auch ein Symptom einer Erkrankung sein

    Das Zaziki am Vorabend, der Döner zum Mittagessen, das Fischbrötchen auf der Kirmes – jeder isst ab und zu etwas, das vor­übergehend einen schlechten Atem macht. Der Grund für den üblen Geruch sind Bakterien, die im Mundraum Speisereste verarbeiten und dabei Schwefelverbindungen freisetzen. Doch legen sich solche Gerüche nach dem Zähneputzen schnell wieder.
    Wegen mangelnder Zahnpflege kommt allerdings auch niemand in die Spezial-Sprechstunde von Dr. Stefan Koch. „Meine Patienten putzen sich in der Regel sogar überdurchschnittlich gründlich die Zähne. Trotzdem leiden sie unter chronischem Mundgeruch“, sagt der Zahnarzt, der sich in seiner Praxis in Sonneberg in Thüringen auf die unangenehmen Gerüche aus dem Mund spezialisiert hat. Ärzte bezeichnen sie als Halitosis.
    Heute wissen Mediziner, dass die Ursache bei etwa 85 Prozent der Betroffenen im Mundraum liegt. In vielen Fällen ist es Karies oder Parodontitis, die einen faulig riechenden Atem bewirkt. Vor allem in Zahnzwischenräumen und auf der Zunge finden die Keime einen guten Nährboden. Die Oberfläche der Zunge ist zerklüftet, hier gibt es für Bakterien genug Schlupfwinkel. Im Normalfall spült der Speichel die Speisereste und Bakterien aus dem Mundraum fort. Bilden die Speicheldrüsen aber nicht genug Sekret, nehmen die Bakterien schnell überhand und werden zur Geruchsquelle. Mundtrockenheit kann also schlechten Atem begüns­tigen. Besonders trifft das auf Schnarcher und Menschen unter Stress zu.
    Koch setzt seine Patienten am Beginn der Behandlung vor einen Kasten in Schuhkartongröße, in den sie durch einen Strohhalm ausatmen. Das sogenannte Halimeter zeichnet auf, wie viele Schwefelgase im Atem stecken.
    Von den üblichen Mundwässern rät der Zahnarzt ab, denn regelmäßig verwendet würden sie den unangenehmen Geruch nur überdecken und langfristig die Mundflora verändern. In manchen Fällen baut Koch auf eine zwei bis drei Monate lange Therapie mit speziellen Spüllösungen, die die Mundhöhle desinfizieren.

    Kann der Zahnarzt nicht helfen, führt der Weg häufig zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. „Mundgeruch ist keine eigene Krankheit, sondern lediglich ein Symptom“, sagt Dr. Sylvia Krug, HNO-Ärztin aus Leipzig. „Der eigentlichen Ursache muss aber auf den Grund gegangen werden.“ Bei Mandel- und Nebenhöhlenentzündungen komme Mundgeruch relativ oft vor, sagt Krug. Zudem gebe es im Bereich der Speiseröhre Ausstülpungen, sogenannte Divertikel, in denen Speisereste hängen bleiben können. Sie kennt auch Fälle von schlechtem Atem durch eine Reflux-Ösophagitis. Hier schließt der Muskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig, und Magensäure fließt zurück in die Speiseröhre. Ein säuerlicher Geruch weist darauf hin.

    Riecht der Atem dagegen süßlich-fruchtig wie faulige Äpfel, kann das auf einen unentdeckten oder schlecht eingestellten Diabetes hinweisen. Beißen­­der Ammoniak-Dunst kann von einem Nierenschaden oder einer Leberzirrhose stammen. Dann ist der Internist die richtige Anlaufstelle. Charakteristisch ist in diesem Fall, dass nicht nur der Mund die Gerüche verströmt, sondern sie auch beim Ausatmen aus der Nase wahrzunehmen sind. „Der schlechte Atem wird in diesen Fällen aber nicht das einzige Symptom sein“, sagt Krug. „Solche Diagnosen sind die Ausnahme. Man darf sie jedoch nicht von vorn­herein ausschließen.“
    12.10.2011, Apotheken Umschau

  • Kaffee: Die richtige Menge senkt das Prostatakrebsrisiko

    In einer Studie zeigte sich, dass Männer durch regelmäßigen Kaffeegenuss das Risiko senken können, an Prostatakrebs zu erkranken

    C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Caffee: Johann Sebastian Bach lag offenbar mit seiner berühmten Kaffee-Kantate falsch. Wissenschaftler der US-Universität Harvard analysierten Daten von 50.000 Männern, die 22 Jahre lang regelmäßig zu ihrem Kaffeekonsum befragt worden waren. Von ihnen erkrankten insgesamt 5035 an Prostatakrebs.

    Diejenigen, die mindestens sechs Tassen am Tag zu sich nahmen, hatten im Vergleich zu Abstinenzlern im Schnitt ein um fast 20 Prozent geringeres Risiko. Je mehr Kaffee die Studienteilnehmer tranken, umso niedriger war es, schreiben die Forscher im Journal of the National Cancer Institute. Am Koffein kann es nicht liegen. Der Konsum von koffeinfreiem Kaffee hatte den gleichen Effekt.
    26.09.2011, Apotheken Umschau

  • Blasinstrumente: Im Inneren lauern die Bakterien

    In Trompeten und anderen Blasinstrumenten können sich Bakterien und Schimmelpilze sammeln. Reinigen hilft

    Mehr als 400 Bakterienstämme, dazu Schimmel- und Hefepilze fanden Forscher der Universität von Oklahoma (USA) in Klarinetten, Oboen, Trompeten und Posaunen einer Studentenband. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich um Holz- oder Blechblasinstrumente handelte. Fazit der Experten: Nicht nur die Mundstücke, sondern die kompletten Instrumente sollten nach jedem Auftritt gründlich gereinigt werden.
    27.09.2011, Apotheken Umschau

  • Hämophilie: Bewegung hilft bei Bluterkrankheit

    Wer an der Bluterkrankheit leidet, lebt ständig in Gefahr, seine Gelenke zu schädigen. Sport kann vorbeugen

    Ein unbeabsichtigter Hüftschwung gegen die Tischkante, ein zu festes Auftreten mit dem Fuß oder ein leichtes Stolpern – normalerweise bleiben solche Ungeschicklichkeiten folgenlos. Manchmal zeigt sich später ein kleiner blauer Fleck. Für die rund 10.000 Menschen in Deutschland mit Hämophilie, einer angeborenen, vererbbaren Blutgerinnungsstörung, können diese Nichtigkeiten jedoch schlimme Konsequenzen haben. „Weil ihnen bestimmte Gerinnungsfaktoren im Blut fehlen, treten leicht Blutungen auf, vor allem in den Gelenken“, erklärt Dr. Georg Goldmann vom Hämophilie-Zentrum der Universitätsklinik in Bonn.

    Damit das nicht passiert, spritzt normalerweise zunächst der Arzt den jungen Patienten mehrmals in der Woche vorbeugend je nach Form und Schwere der Störung Gerinnungssubstanzen in die Venen. Später übernehmen das die angeleiteten Eltern und irgendwann die Kranken selbst. „Das soll Blutungen im Alltag verhindern“, sagt der Mediziner Goldmann, der sich auf seltene Gerinnungserkrankungen spezialisiert hat. Denn wird eine Einblutung nicht rechtzeitig erkannt und entfernt, entstehen Entzündungen. Mit der Zeit werden Knorpel und Knochen geschädigt und die Gelenke zerstört. Noch bis vor 30 Jahren galten deshalb stark deformierte Gelenke in jungen Jahren als Zeichen der Bluterkrankheit.
    Erst austesten, dann trainieren

    Die leichteste Lösung bestehe darin, so dachten Mediziner lange, Hämophile von allen sportlichen Aktivitäten und spielerischen Bewegungen auszuschließen. Dies aber machte die ansonsten Gesunden bei Kameraden und Mitschülern zu Außenseitern. Und nicht nur das. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass geschonte Kinder in ihren alltäglichen Bewegungen oft ungeschickt und tollpatschig reagieren.

    Dann wird ein Sturz nicht abgefangen, und die Verletzungsfolgen fallen schlimmer aus als bei jemandem, der sich viel bewegt“, erklärt Dr. Karim Kentouche, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsklinik Jena. Bluter, die ihre Muskeln regelmäßig trainieren und dabei Bewegungen koordinieren müssen, bauen Muskeln besser auf, stärken die Sehnen und die Balance. Das wiederum schützt die Gelenke.
    „Denn ein guter Muskelpanzer kann in manchen Fällen vor außergewöhnlichen Blutungen schützen“, sagt Goldmann. Inzwischen setzen sich Wissenschaftler und Ärzte dafür ein, Kinder und Jugendliche frühzeitig in Bewegung zu bringen. „Damit, so hoffen wir, bleiben Hämophilie-Patienten bis ins Erwachsenenalter von Gelenkveränderungen verschont“, sagt Gerinnungsspezialist Kentouche.

    Gegen vorzeitigen Gelenkverschleiß entwickelte beispielsweise Marco Herbsleb vom Lehrstuhl für Sportmedizin an der Universität Jena unter der Leitung von Professor Holger Gabriel ein individuelles Konzept für Hämophile. Es soll Kindern und Jugendlichen helfen, besser einzuschätzen, welchen Sport sie in ihrer Freizeit und in der Schule mit Gleichaltrigen treiben können und was sie besser bleiben lassen sollten.

    Der Nachwuchs kann nach einem Besuch bei Kentouche in der Hämatologischen Ambulanz die sportmedizinische Einrichtung nutzen, um sich körperlich testen zu lassen. „Dabei messen wir beispielsweise Ausdauer, Kraft und Koordination und geben im Anschluss konkrete Empfehlungen für den Schul- und Freizeitsport“, sagt Sportwissenschaftler Herbsleb.

    Zudem stellt er fest, ob bereits körperliche Probleme bestehen. Anhand der Ergebnisse entwickelt er für jeden Einzelnen spezielle Aufgaben und Übungen. So mancher Jugendliche konnte hier unter ärztlicher Aufsicht zum ersten Mal in seinem Leben körperlich an seine Grenzen gehen und etwa auf dem Fahrradergometer so lange in die Pedale treten, bis ihm fast die Puste wegblieb. Herbsleb berät aber auch Sportlehrer, wie sie Lehrpläne so ändern, dass ein hämophiler Schüler nicht die ganze Schulstunde auf der Bank sitzen muss.

    Sportarten mit häufigem Körperkontakt, wie etwa Fußball, sind für Bluter absolut verboten. Kräftige Berührungen mit dem Boden, wie beim Weitsprung, oder mit einem Sportgerät, etwa beim Bockspringen, können sie ebenfalls gefährden. Geht es um Snowboarden, Inlineskaten oder Squashen, entscheidet die jeweilige persönliche Situation. „Häufig raten wir eher ab“, sagt Herbsleb. Spielerisches mit dem Ball – also ohne Wettkampf – ist erlaubt, zum Beispiel Passen oder besondere Koordinationsübungen. Schwimmen, Radfahren, Wandern, Yoga und Funktionsgymnastik beherrschen machen diese Kinder körperlich besonders fit.

    Die Körperwahrnehmung seiner Schützlinge liegt Herbsleb besonders am Herzen: „Nur wer wahrnimmt, wie sich sein Knie anfühlt, wenn es dort zu einer Blutung kommt, oder der Muskel, wenn er müde ist, spürt, wann er sich überbeansprucht, und kann besser mit gefährlichen Situationen umgehen.“ Deshalb versucht der Sportmediziner das Gespür der Kinder und Jugendlichen für ihren Körper zu schulen, insbesondere für die Füße und Beine, „denn damit bewegen sich die Menschen nun einmal“.

    Tipps für Hämophile:

    • Die Körperwahrnehmung gezielt schulen beugt Verletzungen vor.
    • Ausdauertraining wie Radfahren, Wandern und Schwimmen tut gut.
    • Auf stabiles Schuhwerk achten, das über die Knöchel reicht.
    • Lieber häufiger und kürzer bewegen.
    • Ermüdung vermeiden, denn sonst steigt das Risiko, sich zu verletzen.
    • Keine Sportarten ausüben, die in einen Wettkampf münden.
    • Erste-Hilfe-Maßnahmen beherrschen.

    28.09.2011, Apotheken Umschau

  • Kosmetik: Pflanzen für die Haut

    Wirkstoffe aus verschiedenen Pflanzen können gegen Entzündungen der Haut helfen, Feuchtigkeit spenden und Falten vorbeugen

    Bei vielen Hautproblemen hat sich der Einsatz von Pflanzenkosmetik bewährt. Das gilt zum Beispiel für:

    Trockene Haut: Auszüge aus Aloe vera befeuchten. Cremes mit Kakao- und Sheabutter helfen, Feuchtigkeitsdepots aufzubauen.

    Empfindliche Haut:
    Mandelöl beruhigt. Kamille, Birkenblätter und Ringelblume beugen Irritationen vor.

    Fettige Haut: Iris, Zaubernuss (Hamamelis) und Wegwarte sollen die Haut klären und die Poren verfeinern.

    Fältchen: Nachtkerzenöl, Granatapfel und Rotklee wehren schädigende Einflüsse ab und beugen so der Hautalterung vor.

    Cellulite: Birke, Efeu, Frauenmantel und Schachtelhalm sollen in Cremes und Ölen für ein gleichmäßigeres Hautbild an Oberschenkeln und Po sorgen.

    29.09.2011, Apotheken Umschau

  • Das tägliche Bier

    Wer jeden Tag Alkohol trinkt legt über die Jahre in der Regel stetig an Gewicht zu

    Wer über Jahre hinweg täglich Alkohol trinkt, legt an Gewicht zu, berichten Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam. Sie analysierten die Maße von rund 250.000 Europäern. Die Daten werden seit 1994 in der EPIC-Studie erhoben.
    Ergebnis: Männer, die regelmäßig Alkohol tranken, brachten im Schnitt drei Kilogramm mehr auf die Waage. Bier wirkte sich dabei stärker aus als Wein. Bei Frauen zeigte sich zwar kein Unterschied in den Pfunden, aber im Bauchumfang: Das Plus betrug im Mittel 1,5 Zentimeter.
    Offenbar bewirkte der Alkohol eine ungünstige Verteilung des Körperfetts. „Nimmt der Taillenumfang zu, steigt auch das Risiko für Typ-2-Diabetes sowie bestimmte Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, warnt Professor Heiner Boeing, der Leiter der EPIC-Studie.
    09.09.2011, Apotheken Umschau

  • Eibe: Vom Todesboten zur Arznei

    Der Baum galt einst als Symbol für Ewigkeit und Verderben. Heute dient sein tödliches Gift als Krebsmittel

    Es geschah rund 5300 Jahre vor unserer Zeit. Ein bewaffneter Mann Mitte 40 starb an Verletzungen, die vermutlich von einem Kampf herrührten. Kein Einzelfall – trotzdem sollte genau dieser Steinzeitmensch Geschichte schreiben. Als Gletschermann „Ötzi“ gelangte er 1991 zu Weltruhm.
    In seinem Besitz fanden Forscher unter anderem einen Bogen aus Eibenholz. Nicht von ungefähr hatte der Jäger ausgerechnet dieses elastische und gleichzeitig widerstandsfähige Holz gewählt. Von der Jungsteinzeit bis ins späte Mittelalter verwendeten es die Menschen bevorzugt zum Waffenbau.
    „Eiben galten jahrhundertelang als lebende Waffenlager“, sagt Dr. Hilke Steinecke vom wissenschaftlichen Dienst des Palmengartens in Frankfurt am Main. Deshalb hätten die Menschen die Bäume damals häufig um ihre Burgen herum angepflanzt. „Das Holz war so begehrt, dass es in England im Jahr 1492 sogar einen Erlass gab, dem zufolge Kaufleute mit jeder Warenlieferung auch vier Eiben bögen einführen mussten“, erzählt Hilke Steinecke.

    Jagen und Morden

    In der Mythologie galten die Bäume als düsteres Todessymbol. „Eibenwälder sind sehr dicht und dunkel und wirken bedrohlich. Der Hauptgrund für die Assoziation mit dem Tod wird aber die extreme Giftigkeit sein“, vermutet Botanikerin Steinecke. Das Gift diente in alter Zeit Mordzwecken.
    „Jäger haben Pfeilspitzen daraus hergestellt, Mörder verwendeten es, um unliebsame Zeitgenossen aus dem Weg zu schaffen“, erklärt Professorin Andrea Polle von der Abteilung für Forstbotanik und Baumphysiologie an der Göttinger Georg-August-Universität. Selbst der mächtige römische Herrscher Julius Cäsar soll Anschläge mit dem natürlichen Giftstoff gefürchtet haben.
    „In der Medizin diente das Gift der Eibe als Abtreibungsmittel“, berichtet Hilke Steinecke. So manche Frau wird diese Behandlung mit der verhängnisvollen Substanz allerdings nicht überlebt haben. Im christlichen Abendland steht das knorrige Gewächs seit Jahrhunderten auf Friedhöfen. Polle nennt einen alten Spruch: „Aus jedem Toten wächst eine Eibe.“
    Die Bäume stehen aber nicht nur für Tod und Verderben, sondern auch für Ewigkeit und Unverwüstlichkeit. Manche können sogar Jahrtausende überdauern. Bei den Kelten galten Eiben als Verbindungsglied zwischen Diesseits und Jenseits. Im keltischen Jahresrad waren sie das Symbol für den Tod der Sonne.
    Die Menschen priesen das Holz als heilig, sie fertigten Runen, Zauberstäbe und Wünschelruten daraus. Der Dichter William Shakespeare griff die Assoziation mit der Welt der Magie auf und ließ seine Hexen in „Macbeth“ einen Zaubertrank mit Eibenholz brauen.

    Schutz vor bösem Zauber

    Noch zu Beginn der Neuzeit vertrauten die Menschen auf die überirdischen Kräfte des Holzes. Als Kettenanhänger sollte es vor bösem Zauber schützen. Heute nutzen Mediziner einen nahen Verwandten der bei uns heimischen Eibe in der Chemotherapie: die Pazifische Eibe (Taxus brevifolia).
    „Die Substanz Paclitaxel setzen wir erfolgreich gegen Lungen-, Eierstock- und Brustkrebs ein“, berichtet Professor Thomas Efferth, Leiter der Abteilung für pharmazeutische Biologie am Institut für Pharmazie und Biochemie der Johannes- Gutenberg-Universität in Mainz.
    Seit US-Forscher zufällig auf die segensreiche Wirkung stießen, ist der Stoff sehr begehrt. „Um den Bedarf zu decken und gleichzeitig die Bestände zu schützen, stellen wir das Krebsmittel halbsynthetisch her“, sagt Efferth. Die Eibe, einst ein düsterer Todesbote, symbolisiert heute Hoffnung für viele Patienten.

    07.09.2011, Apotheken Umschau

  • Ernährung: Richtig frühstücken, schlank bleiben

    Wer mit einer eiweißreichen Mahlzeit in den Tag startet, beugt Heißhungerattacken vor

    Proteinreiche Speisen am Morgen sättigen lange und beugen so Heißhungerattacken vor. Diesen Schluss legt eine Studie der Universität von Missouri in Columbia (USA) nahe. Die Wissenschaftler untersuchten drei Wochen lang zehn übergewichtige junge Mädchen, die normalerweise nicht frühstückten.
    Die Teenager verzichteten entweder weiter auf ihr Frühstück oder nahmen ein 500-Kalorien-Mahl mit normalem oder hohem Eiweißgehalt zu sich. Die Forscher fragten nach dem Befinden der Jugendlichen, maßen verschiedene Hormonspiegel und beobachteten mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie die Aktivitäten in den Hirnbereichen, die Hunger und Sättigung regeln. Am längsten sättigte das eiweißreiche Frühstück.

    03.09.2011, Apotheken Umschau

  • Übergewicht: Gut schlafen, schneller abnehmen

    Am besten kann man abnehmen, wenn man wenig Stress hat und täglich sechs bis acht Stunden Schlaf bekommt

    Entspannt und ausgeschlafen fällt das Abnehmen leichter. Dies zeigt eine Studie des US-Gesundheitsunternehmens Kaiser Permanente. Die 500 Teilnehmer sollten in sechs Monaten mindestens fünf Kilo abnehmen. Bei wöchentlichen Treffen erhielten sie Ernährungs- und Bewegungs-Tipps. Wer wenig Stress hatte und zwischen sechs und acht Stunden schlief, verlor am meisten Pfunde.

    27.08.2011, Apotheken Umschau

  • Medikamente: Tabletten richtig einnehmen

    Tabletten lassen sich nicht immer problemlos teilen. Was dabei zu beachten ist

    Patienten sind manchmal darauf angewiesen, Tabletten zu teilen – vielleicht weil die erforderliche Dosierung nicht im Handel verfügbar ist oder sie zumindest vorübergehend eine niedrigere benötigen. Häufig ist das bei Kortisonpräparaten der Fall, weil die Patienten zum Ende der Therapie mit niedrigeren Dosen ausschleichen müssen.
    Zudem fällt manchen Patienten das Schlucken größerer Tabletten schwer. Dann ist das Teilen eine praktische Möglichkeit. Zunehmend spielen aber auch finanzielle Gründe eine Rolle, wenn ein Medikament mit der doppelten Dosierung nur wenig mehr kostet als mit der einfachen.
    Doch in der Realität gestaltet es sich für den Patienten oft nicht ganz einfach, Tabletten zu halbieren. Waghalsige Versuche mit dem Küchenmesser scheitern oft. Die Tabletten rutschen weg, ungleichmäßige Bruchteile entstehen, oder die Hälften fliegen zusammen mit Splittern und Bröseln in alle Himmelsrichtungen. Müssen mehrere Medikamente geteilt werden, steigt die Gefahr, dass der Patient die Bruchstücke verwechselt. Liegen die Stücke offen herum, können Kinder sie versehentlich schlucken.
    Schließlich beeinträchtigen auch Wärme und Feuchtigkeit die Wirkstoffe in angebrochenen Tabletten leichter. Licht- und feuchtigkeitsempfindliche Substanzen sind meist durch einen speziellen Überzug in der Tablette geschützt. Das Teilen kann den Wirkstoff beeinflussen oder gar zerstören, bevor er überhaupt an sein Ziel gelangt. Hiervon betroffen sind zum Beispiel Medikamente wie das Diuretikum Furosemid oder der pflanzliche Johanniskrautextrakt.

    Kapseln nicht teilen

    Nicht geteilt werden dürfen alle Kapseln, Präparate mit magensaftresistentem Überzug sowie nahezu alle Retard-Medikamente, also Arzneimittel, die den Wirkstoff verzögert abgeben. Andernfalls könnte es sein, dass der Wirkstoff sofort vollständig freigesetzt wird und es so zu einer unerwünschten Überdosierung kommt.
    Wer ein Medikament aber teilen kann und will, sollte sich unbedingt in der Apotheke beraten lassen. Hilfreich sind spezielle Tablettenteiler, die nur wenige Euro kosten. Das Ergebnis gerät aber auch mit diesen Hilfsgeräten nicht immer perfekt. Ein Vorteil: Die halbierten Tabletten bleiben in der Box geschützt. „Leider eignen sich die Tablettenteiler nicht für alle Präparate.
    Arzneimittel mit einer Bruchkerbe beispielsweise können Sie leichter mit den Fingern teilen. Wichtig ist dabei, dass der Druck kurz und kräftig erfolgt. Dann ist das Bruchresultat besser.

    31.08.2011, Apotheken Umschau,

  • Klimawandel: Exotische Mücken in Deutschland

    Seit Kurzem gibt es beispielsweise den Japanischen Buschmoskito auch bei uns. Er überträgt das West-Nil-Virus
    Als eine Folge der Globalisierung und des Klimawandels wandern in Deutschland neue Stechmückenarten ein, wie Hamburger Tropenmediziner nachwiesen. Der Japanische Buschmoskito etwa gelangt – oft in Bambustöpfen – als Ei oder Larve nach Europa. Für Menschen wird die Mücke gefährlich, da sie das West-Nil-Virus übertragen kann. Es verursacht Hirnhautentzündungen.
    02.09.2011, Apotheken Umschau

  • Operation: Medikamentenliste vorab erstellen!

    Steht ein operativer Eingriff bevor, sollten Patienten vorher ihre Arzneimittel auflisten lassen. So beugen sie möglichen Problemen während der OP vor

    Manche Arzneimittel, etwa bestimmte Antidiabetika, aber auch pflanzliche Präparate wie Ginkgo oder Johanniskraut, können im Fall einer Operation zu Kom­plikationen führen und müssen daher eventuell abgesetzt werden. Steht Ihnen ein operativer Eingriff bevor, sollten Sie sich deshalb in Ihrer Stammapotheke eine Liste aller Medikamente geben lassen, die Sie regelmäßig einnehmen. Diese Liste erfasst ärztlich verordnete Mittel ebenso wie Medikamente, die Sie ohne Rezept gekauft haben. Damit fällt es dem Ärzteteam in der Klinik leichter, Wechselwirkungen zu verhindern.
    11.08.2011, Apotheken Umschau

  • Auge: Schilddrüse beeinflusst Farbwahrnehmung

    Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen verändert die Farbwahrnehmung

    Die Hormone der Schilddrüse regulieren nicht nur die Herzschlagfrequenz und den Blutdruck, sie beeinflussen auch die Farbwahrnehmung der Augen. Dank spezialisierter Zellen im Auge, der sogenannten Zapfen, können Menschen Farben unterscheiden. Forscher des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt erklären im Journal of Neuroscience, dass die Schilddrüse bei allen Säugetieren für ein Gleichgewicht dieser Zellen sorge. Entsprechend führt ein Mangel an den Hormonen der Drüse dazu, dass Farben verändert wahrgenommen werden.

    22.08.2011, Apotheken Umschau

  • Acetysalicylsäure: Nur nach Rücksprache mit dem Arzt absetzen

    Bekommt ein Patient nach einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ASS zur Blutgerinnsel-Prophylaxe, darf er das Medikament nicht eigenmächtig absetzen

    Wer nach einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder einer anderen Herz-Kreislauf-Erkrankung Acetylsalicylsäure (ASS) einnimmt, um die Gefahr von Blutgerinnseln zu senken, sollte das Medikament nicht eigenmächtig absetzen.
    Darauf weist die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft in dem Fachblatt Neurology hin. In der Studie mit 40.000 Teilnehmern stieg das Risiko für einen erneuten Schlaganfall oder eine Vorstufe um 40 Prozent, wenn Patienten die ASS-Therapie ohne Absprache mit dem Arzt abbrachen.

    23.08.2011, Apotheken Umschau

  • Madagaskar-Immergrün: Vom Kräutertee zum Krebsmedikament

    Traditionelle Heiler brachten Forscher auf die richtige Spur zu einem Wirkstoff gegen Krebs

    Anfang 1952 erhielt der kanadische Arzt Robert Laing Noble einen Brief aus Jamaika. Ein Patient schickte ihm Blätter des Madagaskar- Immergrüns mit dem Hinweis, dass traditionelle Heiler daraus einen Tee gegen Diabetes kochten. Als Noble die Blätter untersuchte, machte er eine sensationelle Entdeckung: Sie enthielten Wirkstoffe, die die Zellteilung stören. Damit konnten sie bei der Krebsbehandlung eingesetzt werden. Heute kommen diese sogenannten Vinca-Alkaloide bei der Chemotherapie gegen Brustkrebs und Leukämie zum Einsatz.

    „69 Prozent aller zwischen 1980 und 2002 zugelassenen Krebsmedikamente“ sind Naturprodukte oder kopieren deren chemische Struktur, schreibt Professor Thomas Efferth in einem Aufsatz. Er erforscht an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz die Bedeutung von Naturstoffen in der Krebstherapie. Insgesamt seien etwa drei Viertel aller auf Pflanzen basierenden Medikamente im klinischen Gebrauch entdeckt worden, weil Forscher Hinweisen aus der traditionellen Medizin folgten. Ein gutes Beispiel ist die Entdeckung der im Madagaskar-Immergrün enthaltenen Vinca-Alkaloide für die Krebstherapie.

    Hoher medizinischer Nutzen

    Das krautartige Gewächs stammt ursprünglich aus Madagaskar, ist inzwischen aber in allen Tropengebieten verbreitet. In Brasilien, Südafrika, Indien und auf den Philippinen wird die Pflanze unter anderem gegen Skorbut, starke Blutungen, Zahnschmerzen, Bluthochdruck, bei der Behandlung chronischer Wunden und bei Wespenstichen eingesetzt, vor allem jedoch gegen Diabetes – aber nicht in der Krebstherapie.

    „Nicht überraschend“ sei das, findet Professor Theodor Dingermann, Inhaber des Lehrstuhls für Pharmazeutische Biologie an der Johann- Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main. „Die tropischen Heiler kannten noch keinen Krebs.“ Sie setzten die Pflanze bei anderen Erkrankungen ein. Das Gift des Madagaskar-Immergrüns könne neben der krebshemmenden Wirkung in kleinen Dosen das Immunsystem anregen und so Hilfe zur Selbsthilfe leisten, erklärt der Biologe.

    Vinca-Alkaloide sind Zellgifte. Da sie die Teilung der Zelle unterbinden, stirbt diese ab. Bei Krebserkrankungen teilen sich Zellen unkontrolliert. Diesen Prozess soll die Chemotherapie bremsen. „Vinca-Alkaloide wirken genau auf die richtige Weise“, betont Dingermann.

    Allerdings bekämpfen sie nicht nur Krebszellen, sondern alle Zellen mit einer hohen Teilungsrate – vor allem solche in den Haaren und der Magenschleimhaut. Bereits die traditionellen Heiler berichteten beim Madagaskar- Immergrün von Nebenwirkungen wie Haarausfall und Übelkeit. Diese plagen auch Krebspatienten während der Chemotherapie mit Vinca-Alkaloiden.

    „Ohne diese Wirkstoffe wäre die moderne Krebstherapie kaum vorstellbar“, stellt Thomas Efferth fest. Der Experte weiß, dass es besonders häufig Giftpflanzen sind, die als Krebsmedikament eingesetzt werden können.

    Schutz vor Fressfeinden

    Auch das Madagaskar-Immergrün ist hochgiftig. „Pflanzen haben kein eigenes Immunsystem, um sich gegen Krankheiten zu schützen, und können auch vor Fressfeinden nicht einfach weglaufen“, sagt Efferth. Deshalb hätten einige Gewächse starke Gifte entwickelt, deren komplexe Strukturen sich im Labor aber kaum nachbauen ließen. „Wirkstoffe, welche die Evolution über Jahrmillionen zuwege gebracht hat, kann sich kein Chemiker im Labor ausdenken“, sagt der Experte.

    Das gilt auch für die Vinca-Alkaloide: Um daraus Medikamente herzustellen, brauchen Forscher den Naturstoff, den sie im Labor abwandeln. Während das Immergrün mit seinen weißrosa Blüten in Deutschland als Zierpflanze bekannt ist, wird es in Indien, China und den USA sogar auf Plantagen angebaut. Große Mengen an Blättern sind nötig, um den Wirkstoff zu gewinnen, denn die wichtigsten Vinca-Alkaloide Vincristin und Vinblastin sind nur zu 0,005 beziehungsweise 0,001 Prozent im Blatt enthalten.

    Das macht den Wirkstoff teuer. In Zukunft könnte daher die Gentechnik eine Rolle spielen. Forscher klonen die wirkstoffproduzierenden Gene des Madagaskar-Immergrüns und bringen sie in Bakterien ein, die dadurch große Mengen Vinca-Alkaloide herstellen könnten.

    „Die Natur ist die größte Inspiration für Arzneimittelforscher“, betont Efferth. Von den etwa 250.000 existierenden höheren Pflanzenarten sind bisher nur etwa zehn Prozent auf medizinischen Nutzen untersucht. Spektakuläre Entdeckungen wie die Vinca-Alkaloide kommen selten vor. Dennoch bestärken sie die Forscher darin, in der Natur weiter nach neuen Medikamenten zu suchen.

    24.08.2011, Apotheken Umschau,

  • Hilfe bei Pickeln, Schuppen und Falten

    Wo kommen denn plötzlich die Pickel her? Oder die Falten? Hier ein SOS-Programm, wenn die Haut nicht in Höchstform ist

    Pickel
    Das ist der Grund: falsche Pflege, die zu Hautreizungen führt. „Viele Frauen achten nicht darauf, wie ihre Haut beschaffen ist, und benutzen nicht die entsprechenden Pflegeprodukte“, erklärt Apothekerin Suzanne Bölch aus Freiburg. Die Folge: Die Haut entzündet sich. Manche Frauen reagieren aber auch auf bestimmte Esssünden mit Pickeln. „Was die Irritationen auslöst, haben die Betroffenen meist schon selbst beobachtet“, erklärt Hautärztin Dr. med. Gertraud Kremer aus Berlin. Bei den einen ist es zum Beispiel zu viel Schokolade, bei anderen lässt Schweinefleisch die Pickel sprießen.
    Die beste Taktik: Prüfen Sie Ihr natürliches Hautbild. Haben Sie eher trockene oder empfindliche Haut? Sind die Poren groß oder klein? „Probieren Sie es dann zunächst mit einer neutralen Pflege, und beobachten Sie, wie Ihre Haut darauf reagiert“, sagt Apothekerin Bölch. Seifenfreie Syndets und Seifen mit einem pH-Wert um fünf eignen sich für die Reinigung. Feuchtigkeitscremes, die außerdem den Schutzfilm der Haut aufbauen, pflegen anschließend. Feinporige Haut beispielsweise, die entzündet ist, beruhigt sich mit Produkten auf Thermalwasserbasis. „Entfernen Sie außerdem etwa einmal die Woche Hornschuppen mit einem Peeling“, rät Kremer. Und nicht vergessen: Viel frische Luft, Bewegung, leichte Kost mit wenig Fett und Süßem lassen den Teint strahlen!
    Lieber nicht: Eiterpickel selbst ausdrücken. „Eiter kann in tiefere Hautschichten eindringen und zu schlimmen Entzündungen führen“, erklärt Kremer. Dann hilft der Hautarzt.
    Schuppen
    Das ist der Grund: Die Kopfhaut erneuert sich. Warum manche Menschen vermehrt zu Schuppenbildung neigen, wissen auch die Experten nicht. Trockene Schuppen sind klein und rieseln vom Kopf, fettige Schuppen hingegen erkennt man als gelbliche Ablagerungen zwischen den Haaren.
    Die beste Taktik: Schuppenshampoos enthalten Wirkstoffe, die den Auslöser der starken Schuppung, einen Hautpilz, abtöten. „Allerdings sollte man diese nur kurze Zeit ausschließlich anwenden, quasi als Feuer­löscher“, sagt Bölch. Danach das Antischuppenprodukt im Wechsel mit einem sehr milden Shampoo verwenden. „Ein Schuppen­shampoo alleine trocknet die Haut aus, sie schuppt noch mehr und ist anfälliger für Reizungen und Entzündungen“, erklärt Kremer.
    Lieber nicht: stark schäumende Shampoos verwenden. „Sie trocknen die Schutzbarriere der Haut aus“, so Apothekerin Bölch. Besser: hautneutrale, seifenfreie Produkte.
    Trockene Haut
    Das ist der Grund: Der Haut fehlt Fett oder Wasser. Bei jungen Frauen ist meis­tens der Wasserverlust das Problem. „Mütter mit kleinen Kindern leiden häufig unter sehr trockener Haut an den Händen“, erklärt Kremer. Sie arbeiten viel im Haushalt, waschen sich aber auch öfter die Hände, vor allem solange die Babys noch recht klein sind. Darunter leidet der Schutzfilm der Haut.
    Die beste Taktik: Pflegecremes anwenden, die der Haut Feuchtigkeit zuführen, zum Beispiel mit Harnstoff (Urea). „Cremen Sie immer dann, wenn die Haut spannt“, rät die Dermatologin. Lässt der Juckreiz dadurch nicht nach, hilft eine lipidhaltige Feuchtigkeitscreme (mit Omega-3-Fettsäuren). Das Duschgel sollte rückfettend sein. Wer vor allem an den Händen trockene Haut hat, trägt bei der Hausarbeit am besten schützende Handschuhe. „Ihre Haut dankt es Ihnen auch, wenn Sie viel trinken“, sagt Kremer.
    Lieber nicht: Seifen und Syndets verwenden, die die Haut zusätzlich austrocknen. Ekzeme und Entzündungen können die Folge sein.
    Fältchen
    Das ist der Grund: die Hautalterung. Mit den Jahren wird die Haut dünner und feiner. Dazu kommt der Lebensstil: „Wer beispielsweise raucht und ausdauernde Sonnenbäder nimmt, beschleunigt die Hautalterung und damit die Faltenbildung“, erklärt Expertin Kremer. Außerdem entstehen an Stellen, an denen Muskeln besonders aktiv sind, die sogenannten mimischen Falten. Zum Beispiel die Zornesfalte an der Stirn, aber auch die sympathischen Lachfältchen um die Augen.
    Die beste Taktik: Spätestens mit 30 Jahren sollten Frauen eine Augencreme verwenden. „Die Haut um die Augen herum ist ausgesprochen dünn und braucht besondere Pflege“, sagt die Hautärztin. Sie rät, dafür spezielle Produkte zu verwenden, da diese nicht verlaufen und keine reizenden Stoffe enthalten.
    Lieber nicht: ohne Sonnenschutzcreme in die Sonne. Welchen Lichtschutzfaktor man braucht, hängt vom Hauttyp ab. „Frauen mit sehr heller Haut sollten sogar eine Tagescreme mit Lichtschutzfaktor 15 benutzen“, rät die Dermatologin. Früh übt sich: Auch Kinder brauchen Sonnencreme mit hohem UV-Schutz.
    Pigmentflecken
    Das ist der Grund: die hormonellen Umstellungen in der Schwangerschaft. Sie führen zur sogenannten Schwangerschaftsmaske, also dunklen Hautverfärbungen, vor allem im Gesicht. Daneben gibt es aber auch Muttermale und Leberflecken, die entweder angeboren sind oder sich im Lauf des Lebens entwickeln. Mit dem Alter kommen die sogenannten Altersflecken hinzu.
    Die beste Taktik: „Cremen Sie schwangerschaftsbedingte Hautverfärbungen mit Produkten ein, die einen Lichtschutzfaktor von mindestens 20 haben“, sagt Dermatologin Kremer. So verhindern Betroffene, dass die Flecken durch die Sonneneinstrahlung zusätzlich nachdunkeln. Manchmal verblassen die Flecken nach der Geburt wieder. Mit einem Camouflage-Make-up (gibt es in der Apotheke) lassen sie sich auch abdecken. Die Dermatologin empfiehlt werdenden Müttern zudem, während der Schwangerschaft eine Hautkrebsvorsorgeuntersuchung machen zu lassen. Denn durch die Hormone verändern sich Leber­flecken und Co. oft in Farbe und Größe. Dann sollte man sie von einem Experten checken lassen.
    Lieber nicht: zu lange in die Sonne. Und nie aus dem Haus gehen, ohne vorher eine Creme mit hohem Schutzfaktor aufzutragen.

    10.08.2011, Baby und Familie

  • Der Sonnen-Effekt

    Die Kleinen brauchen Vitamin D, dürfen aber noch nicht in die Sonne. Deshalb verschreibt der Kinderarzt Tabletten

    Der Sonnen-Effekt: Damit Babys gesund wachsen, ihre Knochen und Muskeln kräftig werden, brauchen sie Vitamin D. Deshalb verschreibt der Kinderarzt allen Kleinen regelmäßig Vitamin-D-­Tabletten. Doch wie lange muss der Nachwuchs sie bekommen? Bis zum zweiten Frühsommer, also je nach Geburtsmonat des Kindes die ersten zwölf bis 18 Lebensmonate, rät nun die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.
    Danach sei die Vitamin­zugabe nicht mehr notwendig. Denn dann halten sich die Kleinen lange genug im Freien auf, der Körper kann den wichtigen Wirkstoff selbst herstellen. Bereits wenige Minuten in der Sonne genügen, um ausreichend Vitamin D zu bilden.
    09.08.2011, Baby und Familie

  • Venen: Knöchelumfang messen

    Haben Sie Probleme mit den Venen, können Sie dies mit einem Maßband überprüfen

    Steigen die Temperaturen, leiden die Venen. Mit einem Maßband können Sie testen, ob bei Ihnen ein Problem besteht: Messen Sie ein paar Tage lang den Knöchelumfang am Morgen und am Abend. Wenn er regelmäßig um mehr als zwei Zentimeter zunimmt, lassen Sie sich in der Apotheke beraten. Pflanzliche Mittel lindern die Beschwerden, in schweren Fällen helfen Kompressionsstrümpfe.
    04.08.2011, Senioren Ratgeber

  • Gesundheit in Zahlen

    Kennen Sie Ihren Bauchumfang? Dieser und andere Werte wie Puls und Blutdruck sagen viel darüber aus, wie fit wir wirklich sind

    135/85: Wie hoch ist Ihr Blutdruck?
    Damit das Blut in die Organe und in die kleinsten Gefäße gelangt, muss es mit Druck aus dem Herzen gepumpt werden. Ist dieser über längere Zeit zu hoch, schadet das dem  Herzen und den Gefäßen. Von Bluthochdruck sprechen Ärzte bei einem Druck ab 140 zu 90 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Er ist die häufigste Ursache von Schlaganfällen und zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für Herzinfarkt, Herzschwäche, Augenschäden und Durchblutungsstörungen in den Beinen. Deshalb ist es wichtig, ihn regelmäßig zu kontrollieren. Das kann der Apotheker, der Arzt oder man selbst gelegentlich zu Hause tun. Liegt der Wert bei der Selbstmessung bei 135/85 mmHg oder darüber, sollten Sie zum Arzt gehen. Ob der Blutdruck behandlungsbedürftig ist oder nicht, entscheidet der  Arzt individuell. So spielen Vorerkrankungen eine große Rolle. Bluthochdruckpatienten können eine Menge tun: den Lebensstil ändern, die Ernährung umstellen und Arzneimittel zuverlässig einnehmen, wenn der Arzt sie verordnet hat.
    Herz: 60 bis 80 Schläge pro Minute

    60 bis 80 Mal in der Minute schlägt das Herz eines gesunden Erwachsenen in Ruhe, um Blut und damit Sauerstoff in alle Körperzellen zu transportieren. Was wir davon spüren, ist der Puls – man kann ihn etwa an der Innenseite des Handgelenks und am Hals tasten. Warum er so wichtig ist? Eine eher niedrige Pulsfrequenz schont das Herz. Schlägt es dagegen sehr schnell, muss es mehr leisten, und auf Dauer steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Machen Sie den Test: Suchen Sie mehrere Tage  hintereinander in einem ruhigen Moment Ihren Puls per Hand am Handgelenk. Legen Sie dazu die Spitzen von Zeige-, Mittel- und Ringfinger leicht an den Speichenknochen auf der Seite des Daumens, und zählen Sie Ihre Herzschläge innerhalb von 30 Sekunden. Diesen Wert multiplizieren Sie mit zwei, und schon haben Sie den Ruhepuls pro Minute. Liegt Ihr Ruhepuls über mehrere Tage darunter oder darüber, ist er unregelmäßig oder haben Sie das Gefühl, dass er stolpert, sprechen Sie Ihren Arzt an. Er prüft, ob eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt.
    Bauchumfang: 80 oder 94

    Ab 80 Zentimeter Bauchumfang sollten Frauen und ab 94 Männer aufmerken, denn ein dicker Bauch erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und sogar Krebs. Das Gewicht spielt für die Gesundheit eine eher untergeordnete Rolle. Denn wichtig ist vor allem, wo sich das überschüssige Körperfett befindet. „Fettpolster, versteckt im Bauch und in der Leber, sind gefährlich. Sie produzieren Stoffe, die Arteriosklerose oder Diabetes fördern“, weiß Professor Klaus Parhofer, Facharzt für Innere Medizin und leitender Oberarzt am Uni-Klinikum Großhadern in München. „Pölsterchen an Hüfte, Po oder Beinen sind dagegen weniger riskant.“ Am besten misst man den Bauchumfang morgens mit einem flexiblen Maßband auf Höhe des Bauchnabels. Aussagekräftig ist der gemessene Wert jedoch nicht immer, etwa bei sehr kleinen oder sehr großen Menschen.
    Gesamtcholesterin: 200 mg/dl

    200 Milligramm pro Deziliter setzen Mediziner beim Gesamtcholesterin als Obergrenze an. Das entspricht 5,2 mmol/l. Höhere Werte gelten als kritisch: Ist der Fettstoffwechsel aus dem Takt, steigt das Risiko, herzkrank zu werden. Die Deutschen weisen im Durchschnitt einen höheren Wert auf, ihr Gesamtcholesterin liegt im Mittel bei 231. Cholesterin ist Baustein für Zellen und bildet das Grundgerüst für Hormone. Das Gesamtcholesterin allein ist aber wenig aussagekräftig – vielmehr untersuchen Ärzte seine Bestandteile: Im Wesentlichen sind dies das „schlechte“ LDL- und das „gute“ HDL-Cholesterin. Für viele Menschen stellen leicht erhöhte LDL-Werte kein Problem dar. Kommen aber Vorerkrankungen hinzu, etwa ein Bluthochdruck, Diabetes oder ein Herzinfarkt in der Vergangenheit, können auch leicht erhöhte LDL-Werte eine Therapie notwendig machen.

    Blutzucker: 100 nüchtern
    Nüchtern gemessene Blutzuckerwerte aus dem Finger, die über 100 Milligramm pro Deziliter liegen, können auf einen drohenden oder bereits bestehenden Typ-2-Diabetes hinweisen. Der Wert entspricht 5,6 Millimol pro Liter (mmol/l). Der Blutzuckerwert beschreibt, wie viel Glukose sich im Blut befindet. Diesen Stoff brauchen alle Zellen als Energiequelle. Einmal pro Jahr sollte jeder seinen Blutzucker messen lassen, Menschen mit erhöhtem Risiko sogar öfter. Dazu zählen Diabetes in der Familie, Bluthochdruck, Übergewicht oder eine Fettstoffwechselstörung. Hat der Blutzucker bei Ihnen die Grenze von 100 überschritten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er gibt Ihnen auch Tipps, wie Sie mit gesunder Ernährung und mehr Bewegung Ihr Erkrankungsrisiko senken können.

    03.08.2011, Senioren Ratgeber

  • Chlamydien: Die verborgene Infektion

    Die Ansteckung mit Chlamydien verläuft oft symptomlos. Im schlimmsten Fall droht Unfruchtbarkeit

    Es geschieht beim ungeschützten Sex. Ein Partner steckt den anderen mit Chlamydia trachomatis an – Bakterien, die Geschlechts- und Harnorgane befallen. Das kommt so oft vor, dass die Chlamydien-Infektion heute die häufigste sexuell übertragbare Krankheit weltweit darstellt. Allein in Deutschland stecken sich Expertenschätzungen zufolge pro Jahr 300.000 Menschen an.
    Zum Vergleich: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen lag 2010 bei etwa 3000. „Aids kennt heute fast jeder. Dagegen zeigen Umfragen, dass kaum ein Jugendlicher weiß, was Chlamydien sind“, sagt die Lüneburger Ärztin Dr. Gisela Gille. Hinzu kommt, dass sich nur bei wenigen Infizierten Symptome wie ein Brennen beim Urinieren, Ausfluss oder Unterleibsbeschwerden zeigen. Zu viele bleiben ahnungslos, unbehandelt – und ansteckend.
    Die Gefahr für infizierte Frauen: Je länger Chlamydien nicht behandelt werden, desto größer ist das Risiko, dass die Bakterien vom Gebärmutterhals aus in die Gebärmutter und die Eileiter wandern. „Entwickelt sich dort eine Entzündung, können die Eileiter so stark verkleben oder vernarben, dass es im schlimmsten Fall zur Unfruchtbarkeit kommt“, erklärt Privatdozent Dr. Ioannis Mylonas, Leiter der Infektiologie in der Frauenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München.
    Zudem steige die Gefahr von Eileiterschwangerschaften, so der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Infektionen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) weiter. Allerdings treten diese Folgen meist erst viele Jahre nach der Infektion auf.

    Kostenlose Tests für junge Frauen

    Der Gesetzgeber wollte vorbeugen und führte 2007 ein systematisches Testverfahren (Screening) für Frauen bis 25 Jahre ein. Einmal jährlich können diese ihren Urin auf Chlamydien untersuchen lassen, die Kosten trägt die Krankenkasse. Vielen Experten geht das nicht weit genug. Insgesamt acht Verbände – darunter die DGGG, der Berufsverband der Frauenärzte und die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau, der Gisela Gille vorsitzt – fordern unter anderem, die Präventionsmaßnahme auf alle Frauen bis 34 Jahre zu erweitern.
    Noch müssen über 25-Jährige den Urintest oder die Untersuchung eines Abstrichs selbst bezahlen. „Sprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt über die Kosten“, rät Gille, „denn diese schwanken stark.“ Schwangere müssen die Kosten des Chlamydien-Tests nicht selbst tragen, da er Teil der Mutterschaftsvorsorge ist. „Die Bakterien erhöhen das Risiko einer Frühgeburt und können zudem bei der Geburt auf den Säugling übertragen werden“, erläutert Experte Mylonas. Mögliche Folgen seien Augen- und Lungenentzündungen.
    Steht die Diagnose Chlamydien-Infektion fest, lässt die Erkrankung sich mit Antibiotika leicht behandeln. „Wichtig ist, dass der Partner ebenfalls die Medikamente einnimmt, sonst kommt es erneut zu einer Ansteckung“, warnt Medizinerin Gille. Außerdem können die Bakterien bei Männern eine Nebenhodenentzündung verursachen – mit Unfruchtbarkeit als einer möglichen Folge. Noch einfacher, als die Krankheit zu therapieren, ist es, ihr vorzubeugen: mit Kondomen.
    06.07.2011, Apotheken Umschau,

  • Laptop auf dem Schoß kann Spermien schaden

    Die Abwärme des Computers steigert die Hodentemperatur und das kann sich negativ auf die Fortpflanzungsfähigkeit auswirken

    Männer mit Kinderwunsch sollten nicht mit einem Laptop auf dem Schoß arbeiten, raten Urologen der New York State Universität. Sie hatten die Hodentemperatur von 29 Männern gemessen und nach einer Stunde Computer-Arbeit einen Anstieg um 2,5 Grad registriert. Frühere Studien zeigten bereits, dass schon ein Plus von 1 Grad gegenüber der normalen Körpertemperatur den Samenzellen schaden kann.
    11.07.2011, Apotheken Umschau

  • Welche Arzneiformen gibt es?

    Tabletten, Zäpfchen, Tropfen oder doch lieber eine Salbe? Eine Übersicht über die wichtigsten Arzneiformen und ihre Eigenheiten

    Medikamente werden in den unterschiedlichsten Arzneiformen angeboten. Neben Tabletten sind beispielsweise ­Kapseln, Tropfen, Säfte, Zäpfchen und Salben auf dem Markt. Die größte Auswahl haben Patienten bei den Schmerzmitteln, von denen es manche auch in Form von Brausepulver, Kau- und Trinktabletten oder eingebettet in Wirkstoffpflaster gibt.

    „Welche Darreichungsform geeignet ist, hängt zunächst von der Situation ab, in der sich der Patient befindet, also ob er ein Glas Wasser zur Verfügung hat oder ob er unterwegs ist“, erklärt Apotheker Dr. Wolfgang Kircher, Mitglied der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker, aus dem oberbayerischen Peißenberg. Zudem sind persönliche Vorlieben und eventuelle Handicaps zu berücksichtigen: „Manche Patienten haben Schluck­­beschwerden und daher Probleme, Tabletten einzunehmen.“ Häufig entscheidet aber der Arzt, weil die Therapie eine bestimmte Arzneiform erfordert. Doch jede Darreichungsvariante hat ihre Eigenheiten, die bei der Anwendung beachtet werden sollten. Experte Kircher gibt Patienten die wichtigsten Tipps, damit die Arzneimittel auch optimal wirken:

    Tabletten

    Die wohl am weitesten verbreitete Darreichungsform. Der Wirkstoff ist mit Hilfsstoffen, zum Beispiel Milchzucker, vermischt und gepresst. Dragees sind zusätzlich mit einer Zuckerschicht überzogen. Manche Präparate gibt es auch als Kautabletten. Sie eignen sich vor allem für unterwegs, wenn das Wasser zum Hinunterspülen fehlt. Eine Spezialvariante sind Retardtabletten. Sie setzen den Wirkstoff über den ganzen Tag verteilt frei und geben ihn an den ­Körper ab. Daher genügt oft eine Tablette täglich, am besten morgens auf nüchternen Magen. ­Die meisten Retardpräparate darf man nicht teilen oder zerkauen, sondern nur im Ganzen schlucken, da sonst die Langzeitwirkung verloren geht. Bitte nicht wundern: Manche ­­Retardtabletten werden scheinbar unverändert mit dem Stuhl ausgeschieden. Dennoch haben sie den Wirkstoff an den Körper abgegeben.

    Tipp: Tabletten immer mit viel Flüssigkeit einnehmen, am besten mit einem ganzen Glas Wasser. Das verbessert die Verträglichkeit und sorgt dafür, dass die Wirkung besonders schnell eintritt. Kautabletten möglichst fein zerkauen, dann sind sie besser verträglich.

    Kapseln

    Manche Wirkstoffe lassen sich aus chemisch-physikalischen Gründen nur schwer in Tablettenform pressen. Kapseln können bei Bedarf in jeder Apotheke ­hergestellt werden. Sie sind zwar oft größer als ­Tabletten, aber ­meist ­leichter zu schlucken. Zudem gibt es Weichkapseln, die eine ölige Wirkstofflösung enthalten.

    Tipp: Ebenfalls mit einem großen Glas Wasser schlucken, damit sie die Speiseröhre schnell passieren und den Wirkstoff im Magen freisetzen können.

    Brausezubereitungen

    Sie sind ideal für große Wirkstoff­mengen, die nicht als Tablette geschluckt werden können. Außerdem nehmen manche Menschen Arznei­mittel lieber flüssig zu sich. Positiver Nebeneffekt: Gleichzeitig erhält der Körper ausreichend Flüssigkeit.

    Tipp: Brausetabletten nicht offen aufbewahren, da sie sich sonst aufgrund der Luftfeuchtigkeit zersetzen können.

    Zäpfchen

    Sie eignen sich besonders für Kinder, Pflegebedürftige und Menschen mit Schluckstörungen. Nachteil: Die Aufnahme des Wirkstoffs schwankt relativ stark. Zudem werden Zäpfchen manchmal als unangenehm empfunden.

    Tipp: Am besten mit der stumpfen Seite voran einführen, dann gleiten sie besser in den Darm. Eventuell mit etwas Wasser befeuchten. Wenn man bei Kindern nach dem Einführen die Pobacken etwas zusammendrückt, kann dies verhindern, dass sie das Zäpfchen wieder herausdrücken.

    Tropfen und Säfte

    Flüssigkeiten lassen sich individueller dosieren und wirken meist schneller als feste Arzneien. Allerdings kommt es oft zu Fehldosierun­gen. Wird ein Fläschchen falsch ­gehalten, kann sich das Tropfenvo­­lu­men und damit die Dosis um bis zu 25 Prozent verringern.

    Tipp: Lassen Sie sich in der Apotheke die richtige Anwen­­dung erläutern. Hilfreich sind Dosierspritzen, die man gegebenenfalls vom Apotheker bekommt.

    Salben, Cremes und Gele

    Vor allem Hauterkrankungen werden meist mit Salben oder Cremes behandelt. Auch bei rheumatischen Beschwerden können solche äußerlichen Zubereitungen helfen Tipp: Schmerz- und Rheumasalben immer gut einmassieren, damit die Wirkstoffe besser in die tieferen Hautschichten eindringen. Die Hände nach der Anwendung unbedingt gründlich mit Seife waschen.

    Pflaster mit Wirkstoffen

    Sie geben den Arzneistoff langsam und konstant über den Tag verteilt durch die Haut an den Körper ab.

    Tipp: Auf eine unversehrte und nicht zu stark gereinigte Hautstelle kleben und ausreichend lange andrücken. Verhindern Sie jedes Erwärmen (Sonnenbad, Sauna usw.), da sonst der Wirkstoff zu schnell frei­gesetzt wird. Nach dem Entfernen sollte man das Pflaster zusammengeklebt und kinder­­sicher entsorgen. Ein neues Pflas­ter möglichst an einer anderen Körperstelle aufkleben.

    20.07.2011, Apotheken Umschau

     

  • Blei: Null Toleranz!

    Das giftige Metall ist in jeder Dosis gefährlich

    Das Schwermetall Blei kann bereits in winzigen Mengen die Intelligenz verringern und bei älteren Menschen Bluthochdruck sowie Nierenversagen verursachen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stellte nun fest, dass es bei der Belastung mit Blei keine unbedenkliche Minimalmenge gibt. Das bedeutet: Alle Gesetze der Europäischen Union zur Bleikonzentration in Trinkwasser, Nahrung und Luft müssen geändert werden.
    10.01.2011, Apotheken Umschau

  • Vitamin D gegen Demenz

    Menschen, deren Vitamin-D-Spiegel um mehr als zwei Drittel niedriger liegt als normal, können ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko aufweisen, an einer Demenz zu erkranken

    Niedrige Vitamin-D-Spiegel im Blut begünstigen die Entwicklung einer Demenz. Diesen Schluss ziehen britische Mediziner der Peninsula Medical School in dem Fachmagazin Archives of Internal Medicine. In der zugrunde liegenden Studie hatten sie die Blutwerte von 850 älteren Menschen ausgewertet und deren Krankengeschichten acht Jahre lang verfolgt. Es zeigte sich, dass Teilnehmer, deren Vitamin-D-Spiegel um mehr als zwei Drittel niedriger lag als normal, ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko aufwiesen, an einer Demenz zu erkranken.
    Vitamin D steckt in Fisch, wird unter dem Einfluss von Sonnenlicht aber auch vom Körper selbst hergestellt. Mögliche Ursachen für einen Mangel im Alter gibt es also viele: zu wenige Aufenthalte im Freien, eine unausgewogene Ernährung oder eine geringere Vitamin-D-Bildung in der Haut.

    06.10.10, Apotheken Umschau

  • Vitamin D gegen Demenz

    Menschen, deren Vitamin-D-Spiegel um mehr als zwei Drittel niedriger liegt als normal, können ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko aufweisen, an einer Demenz zu erkranken

    Niedrige Vitamin-D-Spiegel im Blut begünstigen die Entwicklung einer Demenz. Diesen Schluss ziehen britische Mediziner der Peninsula Medical School in dem Fachmagazin Archives of Internal Medicine. In der zugrunde liegenden Studie hatten sie die Blutwerte von 850 älteren Menschen ausgewertet und deren Krankengeschichten acht Jahre lang verfolgt. Es zeigte sich, dass Teilnehmer, deren Vitamin-D-Spiegel um mehr als zwei Drittel niedriger lag als normal, ein um 60 Prozent erhöhtes Risiko aufwiesen, an einer Demenz zu erkranken.
    Vitamin D steckt in Fisch, wird unter dem Einfluss von Sonnenlicht aber auch vom Körper selbst hergestellt. Mögliche Ursachen für einen Mangel im Alter gibt es also viele: zu wenige Aufenthalte im Freien, eine unausgewogene Ernährung oder eine geringere Vitamin-D-Bildung in der Haut.

    06.10.10, Apotheken Umsch

  • Hopfen gegen Hitzewallungen

    Hopfenextrakt kann bei Frauen die Beschwerden der Wechseljahre erleichtern

    Pflanzliche Mittel können Beschwerden in den Wechseljahren ausgleichen. Ein wissenschaftliches Team an der Universitätsklinik in Turku (Finnland) untersuchte, ob auch Hopfen den Frauen helfen kann. Nach acht Wochen zeigte die Behandlung mit Hopfenextrakt zwar nur gleich gute Erfolge gegen leichte Hitzewallungen wie die mit einem Scheinmedikament (Placebo). Nach weiteren acht Wochen war der Hopfenextrakt aber deutlich überlegen.

    04.10.10, Apotheken Umschau

  • Ernährung: Rotes Fleisch ist nicht grundsätzlich ungesund.

    Es liegt wohl an der Zubereitungsart

    Wer täglich 50 Gramm rotes verarbeitetes Fleisch isst – zum Beispiel Schinken, Salami oder Wurst –, hat ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes. Nicht verarbeitetes rotes Fleisch – z. B. ein Steak – hat dagegen keinen Einfluss auf diese Krankheitsrisiken. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Fachmagazin Circulation veröffentlichte Analyse der Daten von über einer Million Menschen aus zehn Ländern. Vermutlich ist der hohe Gehalt an Salz und Nitrat in verarbeitetem Fleisch gesundheitsschädlich.

    31.08.10, Apotheken Umschau

  • Sonne: Die Schatten-Regel

    Je länger der Schatten ist, den Körper wirft, desto geringer ist das Risiko für einen Sonnenbrand

    Ein Blick auf den Boden hilft an jedem Ort der Erde, eine zu starke UV-Strahlung zu erkennen: Entspricht die Länge ihres Schattens mindestens ihrer Körpergröße, können sich Menschen vom hellen nordeuropäischen Hauttyp II rund eine Stunde im Freien aufhalten, ohne einen Sonnenbrand befürchten zu müssen. Dieses einfache Verfahren stellte der Berliner Dermatologe Professor Hans Meffert in der Fachzeitschrift Aktuelle Dermatologie vor. Auf ausreichenden Sonnenschutz sollte dennoch niemand verzichten.

    04.08.10, Apotheken Umschau,

  • Herzstillstand: Dank Defibrillator überlebt

    Benutzen Passanten die öffentlich zugänglichen Erste-Hilfe-Geräte, retten sie Leben

    Je mehr öffentliche Defibrillatoren („Defis“) zur Verfügung stehen, desto mehr Menschen überleben einen Herzstillstand. Wissenschaftler der Universität Kyoto (Japan) werteten die Daten von 13000 Personen aus, die zwischen 2005 und 2007 in der Öffentlichkeit einen Herzstillstand erlitten hatten.

    Setzte ein Passant einen Defi ein, überlebten 32 Prozent – ohne den Einsatz waren es nur 14 Prozent. Im Lauf der Studie stieg die Zahl der öffentlichen Defis in Japan von einem auf vier pro Quadratkilometer. Gleichzeitig wuchs der Anteil der Überlebenden nach Herzstillstand um mehr als das Dreifache.

    02.08.10, Apotheken Umschau,

  • Ernährung: Fischöl ist gut für die Psyche

    Die konzentrierte Gabe von Omega-3-Fettsäuren kann bei Hochrisiko-Personen scheinbar den Ausbruch einer Psychose verhindern

    Die konzentrierte Gabe von Omega-3-Fettsäuren kann bei Hochrisiko-Personen den Ausbruch einer Psychose verhindern, wie eine Studie aus den Archives of General Psychiatry zeigt. Von den 41 Probanden, die zwölf Wochen lang täglich Kapseln mit 1,2 Gramm Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure zu sich nahmen, erkrankten nur zwei an Schizophrenie (4,9 Prozent), in der „fettfreien“ Kontrollgruppe mit 40 Teilnehmern jedoch elf (27,5 Prozent).

    Natürliche Omega-3-Fettsäuren kommen zum Beispiel in fettem Seefisch wie Makrele und Lachs vor.

    26.06.10, Apotheken Umschau

  • Herz: Kaffee verursacht beim Gesunden keine Rhythmusstörungen

    Regelmäßige Kaffeetrinker haben laut einer Studie ein niedrigeres Herzrhythmusstörungs-Risiko, als jene, die auf das koffeinhaltige Getränk verzichteten

    Gesunde Menschen erhöhen durch Kaffeetrinken nicht ihr Risiko für Herzrhythmusstörungen. Das schließen Forscher der Kaiser Permanent Division of Research in Oakland (USA) aus Studien mit mehr als 130.000 Personen.

    Wer regelmäßig Kaffee trank, hatte sogar ein niedrigeres Risiko, wegen einer Rhythmusstörung in ein Krankenhaus zu müssen, als jene, die auf das koffeinhaltige Getränk verzichteten. Aus diesen Beobachtungen lasse sich allerdings nicht schließen, dass Kaffee das Herz schützt, stellten die Wissenschaftler klar.

    29.06.10, Apotheken Umschau

  • Frühkartoffeln: Mit oder ohne Schale?

    Mit Schale ist gesünder. Es sei denn, sie ist behandelt

    Endlich gibt es die ersten Frühkartoffeln! Mit der feinen Schale – unter ihr steckt viel Vitamin C – schmecken sie besonders gut. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass die Erdäpfel nicht mit einem Keimhemmungsmittel bearbeitet wurden. Ein Schild an den Kartoffeln muss darauf hinweisen. Fragen Sie bei loser Ware den Händler. „Frische neue Kartoffeln kommen meist ohne diese Keimhemmer aus“, beruhigt Dr. Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke. Biokartoffeln dürfen ohnehin nicht damit vorbehandelt werden. Trocken, kühl und dunkel aufbewahrt, bleiben die Frühen länger frisch.

    13.07.10, Apotheken Umschau,

  • Schokolade: Gesunde Verlockung

    Die dunkle Variante enthält viele Flavonoide und kann das Herz schützen

    Ein kleines Stück dunkle Schokolade am Tag senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Forscherteam des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam, das Daten einer Langzeitstudie mit knapp 20000 Personen zwischen 35 und 65 Jahren auswertete. Während der achtjährigen Nachbeobachtungszeit erlitten 166 Teilnehmer einen Herzinfarkt und 136 einen Schlaganfall. Es zeigte sich, dass moderater Schokoladenkonsum (durchschnittlich sechs Gramm am Tag) das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich – um 27 bzw. 48 Prozent – senkte.

    15.07.10, Apotheken Umschau

  • Forschung: Kürbisprotein gegen Hefepilz

    Die Kürbis-Eiweiße scheinen sich an die Zellmembran der Pilze zu heften und hemmen so deren Ausbreitung

    Manche Proteine aus der Kürbisschale behindern das Wachstum von Hefepilzen wie Candida albicans. Koreanische Forscher berichten im Journal of Agricultural and Food Chemistry, dass sich die Kürbis-Eiweiße an die Zellmembran der Pilze heften und deren Ausbreitung hemmen. Diese Fähigkeit könnte die Grundlage für die Entwicklung eines natürlichen Mittels gegen Pilzerkrankungen werden.

    Hefepilze siedeln auf der Haut und Schleimhaut des Menschen. Gefährlich werden die Keime erst bei einem geschwächten Immunsystem.

    30.04.10, Apotheken Umschau

  • Nahrungsergänzung: Schutz für den Darm

    Mit Zink, Selen und anderen Antioxidanzien das Risiko der Entwicklung neuer Dickdarmpolypen senken

    Eine Nahrungsergänzung mit Selen und anderen Antioxidanzien wie Zink kann möglicherweise die Entstehungswahrscheinlichkeit neuer Polypen im Dickdarm senken. Darauf deuten zumindest Langzeit-Beobachtungen des italienischen Instituts für Krebsforschung an 411 ansonsten gesunden Teilnehmern hin, denen eines oder mehrere Adenome (Geschwülste) aus dem Darm entfernt worden waren. Ob und wie wirksam eine zusätzliche Selen-Gabe sein kann, müssen weitere Studien zeigen.

    28.04.10, Apotheken Umschau,

  • Schlafen ohne Kontaktlinsen

    Wer des Nachts die Linsen im Auge lässt, riskiert eine Hornhautinfektion

    Wer weiche Kontaktlinsen über Nacht im Auge lässt, erhöht das Risiko einer Hornhaut-Infektion um das Fünffache. Grund: In den relativ großen Poren der Linsenoberfläche können sich Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze und Amöben bei mangelnder Hygiene leichter festsetzen.

    Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft rät Kontaktlinsenträgern, Linsen nachts herauszunehmen und mindestens zweimal im Jahr einen Augenarzt aufzusuchen. Nur er kann Veränderungen der Hornhaut rechtzeitig feststellen, bevor es zu irreparablen Schäden kommt.

    27.04.10, Apotheken Umschau

  • Heißgetränke gegen Diabetes

    Kaffee- und Teetrinker erkranken laut einer Studie seltener an Diabetes

    Menschen, die regelmäßig Kaffee oder Tee trinken, erkranken seltener an Typ-2-Diabetes. Das zeigten Übersichtsdaten der Universität Sydney (Australien) von rund 500.000 Teilnehmern. Bei jenen, die drei bis vier Tassen Kaffee am Tag tranken, lag das Diabetesrisiko im Vergleich zu Nicht-Trinkern um ein Viertel niedriger, bei Teetrinkern um ein Fünftel.

    Da der Zusammenhang auch für entkoffeinierten Kaffee gilt, vermuten die Wissenschaftler, dass unter anderem Magnesium dafür verantwortlich ist.

    26.04.10, Apotheken Umschau

  • Wie Thymianöl wirkt

    Ein spezieller Inhaltsstoff des ätherischen Öls steuert Entzündungen entgegen

    Viele Pflanzenöle gelten als hilfreiche Arznei: Nelkenöl bei Entzündungen der Mundschleimhaut, Eukalyptus- und Thymianöl gegen Husten. Forscher der Universität Nara (Japan) untersuchten das Öl des Thymians jetzt noch einmal gesondert, weil es bei Zellversuchen entzündliche Prozesse besonders erfolgreich unterdrückt hatte.

    Als verantwortliche Substanz identifizierten die Wissenschaftler den Wirkstoff Carvacrol. Dieser Bestandteil von Thymianöl senkte die Aktivität des Enzyms Cyclooxygenase-2 (COX-2), das wesentlich an Entzündungsvorgängen beteiligt ist, um mehr als 80 Prozent.

    20.04.10, Apotheken Umschau

  • Chemotherapie besser vertragen

    Die Heilpflanze Mariendistel kann die Leberwerte günstig beeinflussen, die sich während einer Tumorbehandlung verschlechtern können

    Während einer Chemotherapie entzündet sich häufig die Leber. Dann müssen Ärzte die Dosis senken oder sogar die Behandlung abbrechen. Die Mariendistel kann die Entzündung günstig beeinflussen. In einer Studie von Kara Kelly und Kollegen der Columbia-Universität in New York erhielten 50 Kinder mit einer akuten lymphatischen Leukämie zusätzlich zur Chemotherapie entweder ein Scheinmedikament (Placebo) oder ein Mariendistel-Präparat. Bei jenen, die das Mittel bekamen, besserten sich die Leberwerte nachhaltig. Zudem mussten die Ärzte bei ihnen die Menge des Krebsmittels seltener verringern.
    Wichtig: Krebspatienten, die zusätzlich zur schulmedizinischen Therapie pflanzliche Präparate einnehmen möchten, sollten das besser nicht in Eigenregie tun, sondern zuvor ihren behandelnden Arzt fragen.

    17.04.10, Apotheken Umschau

  • Verursacht Blei Depressionen?

    In manchen Altbauten kommt das Wasser noch aus Bleirohren. Das Metall ist nicht ungefährlich

    Je mehr Blei im Blut, desto größer das Risiko, an einer schweren Depression oder Panikstörung zu erkranken. Dies fand ein kanadisch-amerikanisches Forscherteam in einer Studie mit rund 2000 jungen US-Bürgern heraus. Während 6,7 Prozent der Teilnehmer mit geringer Bleibelastung unter einer Depression litten, waren es in der starkbelasteten Gruppe 8,1 Prozent. Panikstörungen entwickelten 1,1 beziehungsweise 3,5 Prozent der Teilnehmer. Im Mittel fanden sich rund 16 Mikrogramm Blei pro Liter Blut. Dieser Wert ist auch aus Messungen in Deutschland bekannt und galt bislang nicht als bedenklich.

    13.04.10, Apotheken Umschau

  • Herz: Fruchtzucker kann den Blutdruck steigern

    Der Blutdruck hängt auch mit der täglich konsumierten Menge Fruchtzucker zusammen

    Wer regelmäßig Lebensmittel oder Getränke konsumiert, die viel Fruchtzucker (Fruktose) enthalten, riskiert einen hohen Blutdruck. Davor warnt Dr. Diana Jalal von der Universität von Colorado (USA). Die Medizinerin und ihr Team analysierten die Blutdruckwerte von 4528 Erwachsenen und erfassten deren Lebensgewohnheiten mittels Fragebogen.

    Dabei stellten die Forscher fest, dass der Blutdruck mit der Menge des täglich aufgenommenen Fruchtzuckers zusammenhängt. Eine Kost mit mehr als 74 Gramm Fruktose pro Tag – das entspricht der durchschnittlichen Menge in zweieinhalb Softdrinks – erhöhte das Risiko, einen Blutdruck von mindestens 160/100 mmHg zu entwickeln, um fast 90 Prozent. Der Zuckeraustauschstoff Fruktose ist beispielsweise in Gebäck, Sirups, Süßigkeiten, Fruchtsäften, Marmeladen, Ketchup und Milchschokoladen verarbeitet.  

    07.04.10, Apotheken Umschau,

  • Rheuma: Die knorpelabbauenden Zellen wandern durch das Blutgefäßsytem und können so weitere Gelenke befallen

    Eine rheumatoide Arthritis befällt am Anfang nur einzelne Gelenke, mit fortschreitendem Verlauf greift sie auf immer mehr Knochenscharniere über. Den genauen Mechanismus ihrer Ausbreitung im Körper hat nun eine internationale Wissenschaftlergruppe in der Fachzeitschrift Nature Medicine beschrieben.

    Verantwortlich für die sprunghafte Ausdehnung der Erkrankung sind demnach bestimmte Zellen des Bindegewebes, sogenannte synoviale Fibroblasten. Sie heften sich an den Knorpel und bauen ihn allmählich ab. Bisher gingen Mediziner davon aus, dass sich die aggressiven Zellen nur innerhalb des betroffenen Gelenks fortbewegen. Die neuen Forschungsergebnisse zeigen nun, dass sie auch über lange Strecken durch das Blutgefäßsystem wandern und so nach und nach weitere Gelenke erfassen können.

    29.03.10, Apotheken Umschau,

  • Forschung: Nützliches Alzheimer-Eiweiß

    Das Protein, das als Mitauslöser der Demenz gilt, hat auch positive Eigenschaften

    Das Amyloid-Beta-Peptid gilt als Mitverursacher der Alzheimer Krankheit. Das Eiweiß verklumpt dabei vor allem in Nervenzellen des Hippocampus, eines Hirnbereichs, der wichtig für das Gedächtnis ist. Forscher der Universität Tel Aviv (Israel) zeigten jetzt, welche Aufgabe das Peptid im gesunden Gehirn erfüllt: Es steuert die Freisetzung von Botenstoffen an die benachbarten Zellen.

    25.03.10, Apotheken Umschau,

  • Ernährung: Nitratarm essen!

    Manche Gemüsesorten enthalten besonders viel von dieser Substanz, andere weniger

    Im Winter reifen viele Feldfrüchte in Treibhäusern und enthalten deshalb mehr Nitrat als im Sommer. Weil unser Körper diese Substanz zu schädlichem Nitrit umwandelt, sollten Gemüse mit niedrigen Werten auf den Tisch. Dazu zählen Auberginen, Brokkoli, Chicorée, Erbsen, Kartoffeln und Zwiebeln. Rucola dagegen ist besonders nitratreich. Entfernt man die Blattstiele und -rippen bei Gemüse wie Mangold und Spinat, senkt das deren Gehalt an dem schädlichen Inhaltsstoff deutlich. Übrigens: Gemüse aus ökologischem Anbau enthält weniger Nitrat als herkömmliches.

    22.03.10, Apotheken Umschau

  • Warum Schweiß unangenehm riecht

    Ein spezieller Mechanismus in der Haut verursacht den Geruch

    Ein einziges Eiweißmolekül ist dafür verantwortlich, dass bei schwitzenden Menschen unangenehmer Körpergeruch entsteht. Das Transportprotein befördere alle geruchsbildenden Schweißbestandteile an die Hautoberfläche, berichten Hamburger Industrieforscher in dem Online-Fachblatt Journal of Investigative Dermatology.

    Dort würden Bakterien die Substanzen in jene Stoffe zerlegen, die den typischen Schweißgeruch ausmachen. Bei ihren Untersuchungen fanden die Wissenschaftler auch den Grund heraus für einen auffälligen Unterschied zwischen Europäern und Asiaten: Je nach regionaler Herkunft tritt bei 30 bis 100 Prozent der asiatischen Bevölkerung kein Körpergeruch auf, da bei ihnen das Transporteiweiß genetisch bedingt inaktiv ist.

    15.03.10, Apotheken Umschau

  • Eisen fürs Herz

    Patienten, die an einer Herzschwäche leiden, können von Eisen profitieren

    Eine Therapie mit Eisen kann die Lebensqualität von Menschen mit Herzschwäche und einem Mangel an diesem Mineral deutlich verbessern – auch wenn sie noch keine Blutarmut haben. Zu diesem Ergebnis kommen Ärzte der Charité – Universitätsmedizin in Berlin in einer Studie mit 459 Patienten, die an einer verminderten Pumpfunktion des Herzens und an Eisenmangel litten. Die eisengestärkten Patienten waren schon einige Wochen nach der Therapie leistungsfähiger und weniger kurzatmig beim Zurücklegen kürzerer Strecken als die Vergleichsgruppe.

    16.03.10, Apotheken Umschau,

  • Ein paar Pfunde mehr schaden nicht

    Erst Fettleibigkeit (Body-Mass-Index ab 30) kostet Lebensjahre

    Gertenschlank zu sein entspricht nicht nur unserem Schönheitsideal, es gilt auch als gesund. Nun zeigt die Auswertung verschiedener Studien, dass ein paar Pfunde mehr das Leben keineswegs verkürzen, wie oft behauptet. Die Forschergruppe um die Hamburger Gesundheitswissenschaftlerin Ingrid Mühlhäuser hatte 42 Untersuchungen analysiert. Fazit: Erst Fettleibigkeit (Body-Mass-Index ab 30) kostet Lebensjahre.

    12.03.10, Apotheken Umschau

  • Forschung:Abbaubarer Knochenkleber

    Der Kleber löst sich vollständig im Körper auf. So sollen spätere Operationen zum Entfernen von Material entfallen

    Eine neue Legierung, die sich im Körper abbaut, fanden Materialwissenschaftler der ETH Zürich (Schweiz). Chirurgen sollen damit künftig gebrochene Knochen im Körper fixieren. Der Vorteil: Spätere Operationen zur Entfernung von eingesetzten Schrauben und Platten entfallen. Das Material aus Magnesium, Zink und Kalzium ist belastbar und löst sich vollständig im Körper auf. Anders als bei herkömmlichen Magnesiumlegierungen entsteht dabei kein Wasserstoff, der die Heilung behindern könnte.

    10.03.10, Apotheken Umschau,

  • Körpergewicht:Ein paar Pfunde mehr schaden nicht

    Erst Fettleibigkeit (Body-Mass-Index ab 30) kostet Lebensjahre

    Gertenschlank zu sein entspricht nicht nur unserem Schönheitsideal, es gilt auch als gesund. Nun zeigt die Auswertung verschiedener Studien, dass ein paar Pfunde mehr das Leben keineswegs verkürzen, wie oft behauptet. Die Forschergruppe um die Hamburger Gesundheitswissenschaftlerin Ingrid Mühlhäuser hatte 42 Untersuchungen analysiert. Fazit: Erst Fettleibigkeit (Body-Mass-Index ab 30) kostet Lebensjahre.

    12.03.10, Apotheken Umschau,

  • Demenz: Schwarztee hält Gehirn fit

    Regelmäßiger Genuss von schwarzem oder Oolong-Tee scheint die Geisteskräfte vor Verfall zu schützen

    Tee trinken mindert offenbar das Risiko einer Demenz im Alter. Das zeigt eine epidemiologische Studie, veröffentlicht im American Journal of Clinical Nutrition. Forscher der Universität von Singapur ermittelten dafür die kognitiven Fähigkeiten von 2501 Teilnehmern mit einem speziellen Test und beobachteten deren Entwicklung über einen längeren Zeitraum.

    Dabei stellten sie fest, dass Personen, die regelmäßig schwarzen (fermentierten) oder Oolong-Tee (halb fermentierten) genossen hatten, besser vor einem Verfall der Geisteskräfte geschützt waren. Diese Wirkung führen die Wissenschaftler vor allem auf den hohen Gehalt des Tees an bestimmten sekundären Pflanzenstoffen, den Polyphenolen, zurück.

    05.03.10, Apotheken Umschau

  • Hausapotheke überprüfen: Die Einnahme „abgelaufener“ Mittel kann gefährlich sein

    Jeder dritte Bundesbürger achtet nicht auf das Verfalldatum seiner Arzneimittel, fand das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse heraus. Besonders sorglos gehen die 18- bis 25-Jährigen mit Medikamenten um: 38 Prozent von ihnen werfen keinen Blick auf den Datumsaufdruck (über 65-Jährige: 23 Prozent).

    Die Einnahme „abgelaufener“ Mittel kann gefährlich sein. Weil sich in geöffneten Packungen leicht Keime bilden, sollte man das Anbruchdatum auf der Schachtel notieren – Augentropfen etwa sind dann nur noch vier bis sechs Wochen haltbar. Rat: Arzneivorräte in der Hausapotheke einmal im Jahr überprüfen.

    04.03.10, Apotheken Umschau

  • Ratsame Ernährungstipps

    Kein Alkohol, wenig Fleisch, viel Obst, Gemüse und Ballaststoffe. So sieht eine gesunde Ernährung aus

    Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, ganz auf Alkohol zu verzichten. Er erhöhe mit ziemlicher Sicherheit das Risiko für zahlreiche Tumorarten, heißt es im DGE-Ernährungsbericht 2008. Auch Fleisch und Fleischwaren seien deshalb maßvoll zu genießen – das heißt: maximal 600 Gramm pro Woche. Obst, Gemüse und ballaststoffreiche Getreideprodukte dürfen dagegen reichlich gegessen werden. Sie beugen vielen Krebserkrankungen vor.

    10.02.10, Apotheken Umschau,

  • Bleihaltige Naturarznei

    Heilkräuter aus dem Internet können mit Blei belastet sein

    Wer über das Internet oder aus unsicheren Quellen Heilpflanzen kauft – insbesondere ayurvedische, chinesische und andere asiatische –, kann seinen Körper mit zu viel Blei belasten. Das legt eine repräsentative Stichprobe des Nationalen Zentrums für Gesundheitsstatistik in den USA nahe.

    Bei ihren Untersuchungen fanden die Forscher bei 6712 Frauen, die innerhalb der vergangenen 30 Tage Arzneipflanzen eingenommen hatten, erhöhte Bleiwerte. In den USA bleiben Heilpflanzen weitgehend ungeprüft, während sie in deutschen Apotheken strengen Qualitätskontrollen unterliegen.

    25.01.10, Apotheken Umschau,

  • Alzheimer: Infekte sind gefährlich

    Entzündungen außerhalb des Gehirns können bei dementen Patienten den geistigen Verfall beschleunigen

    Für Alzheimer-Patienten kann ein Schnupfen, eine Magen-Darm-Grippe oder eine Harnwegsentzündung besonders folgenschwer sein. Laut einer Studie der Universität Southampton (England) beschleunigen Infektionen und Entzündungen außerhalb des Gehirns den geistigen Verfall bei Menschen mit Alzheimer-Demenz.

    Nach Angaben der Wissenschaftler schreitet der Erinnerungsverlust bei ihnen doppelt so schnell voran wie bei Alzheimer-Kranken ohne solche Infekte. Die Forscher vermuten, dass Botenstoffe, die an den Entzündungsreaktionen beteiligt sind, den Gedächtnisverlust verschlimmern.

    18.01.10, Apotheken Umschau,

  • Ernährung: Grünes für graue Zellen

    Wer viel Obst und Gemüse isst, bleibt wohl auch geistig fitter

    Im Blut von Menschen, die reichlich Obst und Gemüse essen, finden sich mehr gefäßschützende Antioxidanzien als bei Grünzeug-Verächtern. Diesen Zusammenhang bestätigt eine Studie an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Die Wissenschaftler verglichen bei den knapp 200 gesunden Teilnehmern zwischen 45 und 102 Jahren auch Ernährung und geistige Leistungsfähigkeit. Dabei erwies sich Pflanzenkost als Schutzfaktor gegen geistigen Leistungsverlust. Deutliche Unterschiede zeigten sich zwischen Personen, die täglich rund 400 Gramm Obst und Gemüse verspeisten, und solchen, die weniger als 100 Gramm aßen.

    16.01.10, Apotheken Umschau,

  • Dem Krebs davonlaufen

    Sportliche Männer bekommen seltener einen Tumor

    Bereits eine halbe Stunde Sport pro Tag senkt das Krebsrisiko bei Männern. Das zeigt eine Untersuchung finnischer Wissenschaftler, die im British Journal of Sports Medicine veröffentlicht wurde. An der Studie nahmen 2560 Männer teil, deren sportliche Aktivitäten ein Jahr lang erfasst wurden.

    Bei einer Nachuntersuchung 17 Jahre später waren 181 von ihnen an Krebs gestorben. Studienteilnehmer, die regelmäßig Sport trieben, wiesen die geringste Sterblichkeit auf. Das Team um Jari Laukkanen von der Universität Kuopio stellte fest, dass bei ihnen der Sauerstoffverbrauch im Sitzen deutlich höher war. Am stärksten sank das Risiko für Lungen- und Darmkrebs.

    13.01.10, Apotheken Umschau,

  • Ernährung: Mediterran übertrifft fettarm

    Mittelmeerkost beeinflusst den Blutzuckerspiegel positiv

    Typ-2-Diabetiker, die Mittelmeerkost bevorzugen, brauchen seltener eine medikamentöse antidiabetische Therapie als solche, die sich fettarm ernähren. Das ergab eine Studie der Zweiten Universität in Neapel (Italien), die in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde. Die Hälfte der Teilnehmer erhielt vier Jahre lang mediterrane Kost, bei der weniger als 50 Prozent der Kalorien aus Kohlenhydraten stammten – sie verzehrten also viel Gemüse, Fisch und Olivenöl. Die andere Hälfte bekam eine fettarme Kost, die mehr Kohlenhydrate enthielt, etwa Kartoffeln und Brot.

    11.01.10, Apotheken Umschau,

  • Hilfe bei trockner Haut

    Hamamelis:

    Inhaltsstoffe dieser Pflanze können raue und juckende Haut beruhigen

    Manche Medikamente wie Betablocker und Lipidsenker können trockene, raue, juckende oder schuppige Haut verursachen. In einer kleinen Anwendungsstudie zeigten Mediziner der Klinik für Dermatologie und Allergologie am Klinikum Augsburg, dass Hamamelissalbe diese unerwünschten Wirkungen mildern kann.

    21.01.10, Apotheken Umschau,

  • Schlaganfall: Aufgeklärte Frauen

    Frauen, die sich Info-Broschüren zum Thema durchlasen, erkannten die Symptome der Durchblutungsstörung schneller

    Schriftliche Informationsmaterialien zum Thema Schlaganfall sollen bewirken, dass Betroffene erste Symptome richtig bewerten und möglichst rasch eine Klinik aufsuchen. Ob solche Aufklärungskampagnen tatsächlich erfolgreich sind, untersuchten Ärzte der Berliner Charité im Rahmen einer Studie des Kompetenznetzes Schlaganfall an 75000 Bürgerinnen und Bürgern.

    Bei den Frauen erzielte die Aufklärung einen deutlichen Effekt: Informierte Schlaganfall-Patien-tinnen kamen wesentlich schneller ins Krankenhaus als nicht aufgeklärte Frauen. Bei Männern dagegen zeigte die Kampagne keine nennenswerte Wirkung.

    05.01.10, Apotheken Umschau,

  • Kinder: Wacklig auf dem Fahrrad

    Kleine Radfahrer sind heute unsicherer auf ihren Drahteseln unterwegs als früher

    Kinder tun sich mit dem Radfahren zunehmend schwerer. Dies ergab eine aktuelle Untersuchung im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer, welche die Fertigkeiten von Grundschulkindern beim Radeln mit einer Vorgängerstudie von 1997 vergleicht.

    Demnach beherrschen immer weniger Kinder wichtige Alltagssituationen im Straßenverkehr. Blicken sie beispielsweise nach hinten oder zur Seite, können sie nicht die Spur halten. Besonders unsicher im Sattel sitzen Stadtkinder, Mädchen mit Migrationshintergrund sowie übergewichtige und überbehütete Kinder.

    04.01.10, Apotheken Umschau

  • Übergewicht: Schichtarbeit macht dick

    Menschen, die nachts arbeiten müssen, legen eher ein paar Pfunde zu

    Nachtarbeiter neigen zu Übergewicht. Forscher der Northwestern University in Evanston (USA) liefern jetzt eine mögliche Erklärung dafür. Sie fütterten Mäuse sechs Wochen lang mit fettreicher Kost – die einen nachts, die anderen am Tag. Ergebnis: Tiere, die am Tag und somit gegen ihren natürlichen Rhythmus fressen mussten, nahmen am meisten zu. Dabei hatten sie nicht mehr gefressen und sich auch nicht weniger bewegt als die anderen Mäuse. Offenbar verbrennt der Körper Kalorien schlechter, die zu Zeiten aufgenommen werden, in denen die Natur Ruhe vorgesehen hat. Bei Mäusen ist das der Tag, bei Menschen die Nacht.

    02.01.10, Apotheken Umschau,

  • Weniger ist mehr

    Wer zu viel auf einmal machen will, ist dabei nicht sonderlich effektiv. Deshalb: Lieber eins nach dem anderen!

    SMS senden, im Internet surfen, Radio hören: Wer meint, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen sei besonders effektiv, liegt verkehrt. Forscher der Stanford-Universität in Kalifornien (USA) haben untersucht, was passiert, wenn Menschen Informationen aus unterschiedlichen Quellen zugleich verarbeiten. Ergebnis: Gerade intensive Medien-Nutzer hatten Probleme, Unwichtiges auszufiltern. Sie ließen sich sehr leicht ablenken und konnten schlecht zwischen Aufgaben wechseln. 

    01.01.10, Apotheken Umschau,

     

  • Erziehung: Ganz die Mama

    Junge Mütter ziehen ihre Kleinen so groß, wie ihre eigenen Mütter das auch gemacht haben

    Bei der Erziehung orientieren sich junge Mütter an ihren eigenen Müttern. Das ergab eine Untersuchung der Ohio-Staatsuniversität (USA). Die Forscher nutzten die Daten einer nationalen Langzeitstudie. Sie verglichen über zwei Generationen, wie oft Mütter ihren Kindern einen Klaps gaben, körperliche Zuneigung zeigten, sie lobten oder ihnen vorlasen. Bei allen Verhaltensweisen fanden die Wissenschaftler eine Übereinstimmung zwischen den Generationen. Sie stellten aber auch fest, dass die nachfolgende Generation seltener handgreiflich wurde und mehr Zuneigung zeigte.

    31.12.09, Apotheken Umschau,

  • Akupunktur: Nadeln gegen Hormonstörungen

    Die fernöstlichen Methode kann wohl, kombiniert mit Sport, Frauen mit einer Hormonstörung helfen

    Akupunktur und körperliche Aktivität können möglicherweise das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), eine häufige weibliche Hormonstörung, mildern. Zu diesem Schluss kamen Neurowissenschaftler der Sahlgrenska-Akademie an der Universität Göteborg in einer Pilotstudie mit 20 Frauen. Durch das Nadeln normalisierte sich zudem die Menstruation, und der Testosteron-Spiegel sank deutlich.

    29.12.09, Apotheken Umschau,

  • Wackeln gegen das Umknicken

    Balancetraining hilft Sprunggelenken

    Nach einer Verstauchung im Sprunggelenk besteht die Gefahr, erneut umzuknicken. Bereits ein achtwöchiges Balancetraining zu Hause mindert jedoch das Risiko dafür, fanden Forscher vom VU University Medical Centre in Amsterdam heraus. In ihrer Studie erhielten 522 Sportler zwischen 12 und 70 Jahren nach einer Verstauchung die übliche Behandlung. 256 von ihnen trainierten zusätzlich daheim. In der Gruppe, die extra übte, sank das Risiko einer erneuten Verstauchung deutlich.

    28.12.09, Apotheken Umschau,

  • Kranke Kinder: Eltern nutzen Hausmittel kaum

    Ob Wadenwickel oder Kräutertee: Mamas und Papas setzen wenig auf Omas Hausmittelchen

    Nur 16 Prozent aller Eltern nutzen bewährte Hausmittel wie zum Beispiel Wadenwickel, wenn ihr Kind eine Erkältung bekommt, berichtet die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Dazu ließ sie 3208 Eltern mit Kindern bis zu 17 Jahren vom Institut für angewandte Sozialwissenschaft befragen.

    „Bei unkomplizierten Erkrankungen wie einer beginnenden Erkältung oder leichten Kopfschmerzen sollte man nicht vorschnell zu Tabletten greifen, sondern zuerst die Selbstheilungskräfte des Körpers stärken“, rät ABDA-Vizepräsident Friedemann Schmidt. Das gelingt mit Heilpflanzentees, Bädern oder Wickeln.

    26.12.09, Apotheken Umschau,

  • Tees: Richtig aufbrühen!

    Gießen Sie Ihren Kräutertee mit kochendem Wasser auf

    Auf vielen Kräuter- und Früchteteepackungen steht: „Immer mit sprudelndem Wasser aufgießen. Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel.“ Dieser Zusatz wurde nötig, weil sich das Verhalten der Verbraucher verändert hat. „Manche Mütter erwärmen Fencheltee für ihr Kind nur handwarm in der Mikrowelle“, sagt Dr. Monika Beutgen von der Wirtschaftsvereinigung Kräuter- und Früchtetee. Andere nehmen heißes Leitungswasser. Doch nur sprudelnd kochendes Wasser tötet mögliche Keime sicher ab.

    25.12.09, Apotheken Umschau,

  • Vorurteile: "Lesen ist Mädchenkram!"

    Jungen und Mädchen haben in der Schule oft unterschiedliche Stärken. Das könnte an Rollenklischees liegen

    "Mathe ist nichts für Mädchen und Lesen nichts für Jungen!" Vorurteile wie diese sind der Grund dafür, dass die Leistungsunterschiede bei Jungen und Mädchen in Mathematik und Lesen während der Schulzeit zunehmen. Eine von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichte Studie auf Basis von PISA-Daten und anderen Schulstudien zeigt, dass zehnjährige Jungen und Mädchen in Mathe fast gleiche Ergebnisse erzielen.

    Mit 15 Jahren schneiden dagegen Jungen beim Rechnen besser ab, beim Lesen sind eindeutig die Mädchen überlegen. Erklären ließe sich diese Differenz aber nicht durch unterschiedliche Begabungen, schreiben die Autoren, sondern durch Rollenklischees, die bei Eltern wie Lehrern das Förderverhalten prägen.

    24.12.09, Apotheken Umschau,

  • Orientierungssinn: Kreisrunde Irrwege

    Wir gehen tatsächlich im Kreis, wenn wir uns verlaufen haben

    Menschen, die sich verirren, laufen am Ende stets im Kreis. Forscher des Max-Planck-Instituts für biologische Kybernetik in Tübingen testeten das Orientierungsvermögen ihrer Versuchsteilnehmer im Wald und in der Wüste. Ohne Orientierungshilfen wie die Sonne konnten sie die eingeschlagene Richtung nicht halten. Ihre Spur verlor sich zunächst in einer zufälligen Bahn, aus der sich am Ende stets ein Kreis ergab. Der Grund seien aber weder unterschiedlich lange oder kräftige Beine noch vermeintliche Differenzen zwischen linker und rechter Hirnhälfte, sondern die sich anhäufenden Fehler in den Sinneseindrücken.

    23.12.09, Apotheken Umschau,

  • Diagnostik: Neuer Chlamydien-Schnelltest

    Mit der Nachweismethode lassen sich die Erreger bei Männern schnell nachweisen. Bisher kommt der Test in Frankreich zum Einsatz

    Ein neuer Urin-Schnelltest auf Chlamydien ermöglicht es, die Infektion bei Männern in nur einer Stunde nachzuweisen. Bislang war ein unangenehmer Abstrich aus der Harnröhre nötig, um die Geschlechtskrankheit zu diagnostizieren. Laut einer Studie mit 1200 Männern – veröffentlicht im British Medical Journal – besitzt der Schnelltest eine Zuverlässigkeit von 84 Prozent. In Frankreich wird er bereits in Kliniken eingesetzt. Nun soll er auch in anderen EU-Ländern auf den Markt kommen.

    22.12.09, Apotheken Umschau, B

     

  • Lärm: Ohren zu!

    Stöpsel oder Ohrenmuscheln werden oft falsch angewendet

    Gehörschutz wird am Arbeitsplatz häufig nicht richtig verwendet. Das ergab eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsschutz (BGIA) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Ein typischer Fehler bestehe darin, Stöpsel, die vor Lärm schützen sollen, nicht tief genug ins Ohr zu stecken.

    Auch seien die Dichtungskissen von Ohrenschützern oft veraltet. „Gehörschutz sorgt in der Praxis häufig nur für sehr geringe Schalldämmung“, sagt Martin Liedtke vom BGIA. Als Störfaktoren nennt er Bügel von Schutzbrillen, Haltebänder von Atemschutzmasken, zu dichtes Kopfhaar und Ohrschmuck. Weil eine Dauerbelastung mit mehr als 85 Dezibel zu Schwerhörigkeit führen kann, sollte unbedingt auf den richtigen Einsatz des Gehörschutzes geachtet werden.

    21.12.09, Apotheken Umschau,

  • Stehen Sie zu Ihrem Alter

    Viele Menschen sehen mit den Jahren immer interessanter aus

    Auch beim Aussehen sollten Menschen zu ihrem Alter stehen, sagen 93 Prozent der Deutschen in einer repräsentativen GfK-Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau. 51 Prozent der Männer und 39 Prozent der Frauen sind sogar überzeugt, dass sie mit zunehmendem Alter interessanter aussehen. 24 Prozent der Frauen haben Angst davor, älter zu werden und dann eventuell weniger attraktiv zu sein. Bei den Männern sind es 13 Prozent.

    19.12.09, Apotheken Umschau,

  • Omas Kasse zahlt für Enkel

    Unter bestimmten Voraussetzungen können die Enkelkinder bei den Großeltern mitversichert werden

    Sind junge Eltern, die sich in der Ausbildung befinden, noch in der Krankenkasse ihrer Eltern beitragsfrei als Familienmitglieder versichert, dann können ihre Kinder ebenfalls dort mitversichert werden. Auf diese wenig bekannte Tatsache weist die Verbraucherzentrale Hessen unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium hin. Dafür sei es weder erforderlich, dass die Großeltern den überwiegenden Teil des Unterhalts für die Enkel bestreiten, noch müssen diese mit ihnen im selben Haushalt leben.

    18.12.09, Apotheken Umschau,

  • Verdauung: Hilfe bei Reizdarm

    Flohsamen enthalten lösliche Ballaststoffe, die Reizdarmgeplagten gute Dienste erweisen können

    Lösliche Ballaststoffe aus Flohsamen lindern Reizdarm-Beschwerden besser als unlösliche Kleieprodukte. Das zeigt eine im British Medical Journal veröffentlichte Studie niederländischer Forscher, an der 275 Reizdarm-Patienten teilnahmen. Diese ernährten sich wie gewohnt, doch eine Gruppe erhielt zusätzlich zehn Gramm Flohsamen täglich, eine zweite zehn Gramm Kleie, eine dritte zehn Gramm eigentlich unwirksames Reismehl (Placebo). Nach einem Monat berichteten 57 Prozent der Flohsamen-Esser über eine Linderung ihrer Symptome. In der Kleie-Gruppe waren es 40 Prozent, bei den Reismehl-Konsumenten 35 Prozent.

    16.12.09, Apotheken Umschau,

  • Yoga nimmt die Angst

    Der Sport kann helfen, bei Krebserkrankten Stress und Furcht zu mindern

    Bei einer Krebserkrankung wirkt Yoga angstlösend. Das zeigt eine Studie, über die indische Forscher in dem Fachblatt Complementary Therapies in Medicine berichteten. Die Wissenschaftler untersuchten 98 Brustkrebs-Patientinnen während einer herkömmlichen Behandlung mit Operation, Bestrahlung und Chemotherapie.

    Sie teilten die Probandinnen in zwei Gruppen ein: Eine übte täglich eine Stunde Yoga, die andere erhielt die routinemäßige Pflege. In der Yoga-Gruppe beobachteten die Mediziner des Bangalore Institute of Oncology deutlich weniger Stress-Symptome und Ängstlichkeit als in der Kontrollgruppe.

    15.12.09, Apotheken Umschau,

  • So schädlich ist das Rauchen

    Der Zigarettenkonsum kostet jedes Jahr Millionen von Menschen das Leben

    Jedes Jahr sterben weltweit mehr als sechs Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Ein Drittel davon erliegt einem Krebsleiden, zeigt eine Untersuchung der Welt-Lungen-Stiftung und der Amerikanischen Krebsgesellschaft.

    Aus dem neuen „Welt-Krebs-Atlas“ geht hervor, dass in Deutschland 37 Prozent der Männer rauchen. Das sind etwas mehr als in Frankreich, Spanien und Großbritannien sowie wesentlich mehr als in den USA. Gut ein Viertel der deutschen Frauen greift regelmäßig zur Zigarette. Damit liegen sie zwar hinter Französinnen, Spanierinnen und Britinnen, aber weit vor den US-Amerikanerinnen.

    14.12.09, Apotheken Umschau,

  • Im Alter: Aktivität hält geistig fit

    Wer sich im Alter noch bewegt und gemeinsam mit Freunden etwas unternimmt, der trainiert auch die grauen Zellen

    Sport und soziale Aktivitäten helfen, die geistige Leistungsfähigkeit im Alter zu erhalten. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität von Kalifornien (USA). Wissenschaftler hatten 2500 Personen zwischen 70 und 79 Jahren acht Jahre lang beobachtet. Bei 53 Prozent der Teilnehmer stellte sich mit fortschreitendem Alter ein gewisser geistiger Abbau ein, bei 16 Prozent ein starker.

    30 Prozent konnten ihre rege Geisteskraft erhalten oder sogar steigern. Bei der Suche nach Gemeinsamkeiten in dieser Gruppe zeigte sich, dass regelmäßige Bewegung, berufliche oder ehrenamtliche Aktivität sowie ein höherer Bildungsgrad sich offenbar positiv auswirken.

    12.12.09, Apotheken Umschau,

  • Straßenlärm schadet Kindern

    Krach durch starken Verkehr kann schon bei Kindern den Blutdruck hochtreiben

    Jedes sechste Kind in Deutschland wohnt an einer stark befahrenen Straße, ergab eine Umfrage des Umweltbundesamts (UBA). Bei fast zwei Dritteln der 1048 untersuchten Mädchen und Jungen zwischen acht und 14 Jahren liegt das Kinderzimmer sogar zur Straße hin. Schlimme Folge: Die Kinder dieser Gruppe hatten bereits einen leicht erhöhten Blutdruck. „Lärm ist also nicht nur ein Stressfaktor für Erwachsene, sondern auch für Kinder“, erklärt Thomas Holzmann, Vizepräsident des UBA.

    11.12.09, Apotheken Umschau,

  • Kleine Glücksmomente machen stark

    Wer die kleinen schönen Dinge des Lebens bemerkt und genießt, der traut sich oft insgesamt mehr zu

    Was ist das Geheimnis glücklicher Menschen? Sie können die kleinen positiven Momente des Alltags wahrnehmen und genießen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität von North Carolina in Chapel Hill (USA). Die Teilnehmer hielten über einen Monat täglich ihre Gefühle schriftlich fest und wurden außerdem zu ihrem Lebensgefühl befragt. Wer öfter kleine Glücksmomente erlebte, fühlte sich auch größeren Herausforderungen gewachsen.

    10.12.09, Apotheken Umschau,

  • Hodenkrebs: So wichtig ist die regelmäßige Selbstkontrolle

    Unter der Dusche können Jungen und Männer gut den Hodensack auf Verhärtungen abtasten

    Mit rund 4750 Neuerkrankungen pro Jahr gilt Hodenkrebs als häufigster bösartiger Tumor bei jungen Männern. Schamgefühl sei fehl am Platz, betont die Deutsche Gesellschaft für Urologie. Sie fordert Eltern auf, ihre Söhne ab einem Alter von 14 Jahren zu einer regelmäßigen Selbstuntersuchung anzuhalten.

    Etwa alle vier Wochen sollen die Jugendlichen ihre Hoden abtasten und dabei auf Verhärtungen und Vergrößerungen achten. Besonders gefährdet sind junge Männer, die im Kindesalter an einem Hodenhochstand litten. 

    09.12.09, Apotheken Umschau,

  • Thrombose durch Gipsverband

    Wenn ein Körperteil in einem Gipsverband völlig ruhiggestellt wird, kann die Gefahr eines Blutgerinnsels drohen

    Auf die Gefahr einer tiefen Venenthrombose in Bein und Becken, etwa nach einem Sportunfall, weist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hin. Das Risiko, dass sich ein Gerinnsel bildet und möglicherweise zu einer lebensbedrohlichen Lungenembolie entwickelt, ist bei einem eingegipsten oder geschienten Bein größer als auf einem Langstreckenflug. Fernreisen werden von vielen als Thrombose-Auslöser gefürchtet, obwohl gesunde Passagiere kaum gefährdet sind.

    08.12.09, Apotheken Umschau,

  • Erinnerungsvermögen: Ungeborene haben ein Gedächtnis

    Ab der 30. Schwangerschaftswoche kann der Fötus kurzzeitig etwas erinnern

    Das Kurzzeitgedächtnis entwickelt sich bereits im Mutterleib. Schon 30 Wochen alte Ungeborene können sich Ereignisse minutenlang merken. Um das Erinnerungsvermögen zu belegen, setzten Forscher der Universität Maastricht (Niederlande) 100 Föten bestimmten Reizen aus und verfolgten, wann sie sich an diese gewöhnten und nicht mehr darauf reagierten.

    Die Wissenschaftler gingen davon aus, dass sich die Föten in einer zweiten Testphase schneller auf die Reize einstellen würden, falls sie sich daran erinnerten. In der Tat reagierten die Probanden im Mutterleib beim zweiten Versuch gelassener auf die Impulse, denen sie zehn Minuten zuvor ausgesetzt worden waren.

    07.12.09, Apotheken Umschau,

     

  • Einkaufen: Schöne Frau, schlechtes Geschäft

    Hübsche Verkäuferinnen wecken bei ihren shoppenden Geschlechtsgenossinnen eher keine Kaufgelüste

    Bildhübsche Verkäuferinnen können Bianca Price den Einkaufsbummel verderben. Das inspirierte die Wirtschaftswissenschaftlerin der University of South Australia zu einer Studie: Sie zeigte 341 Frauen zwischen 18 und 26 Jahren Fotos von schönen und weniger schönen Frauen, denen sie eine Mascara oder ein Handy abkaufen sollten.

    Fanden die Studienteilnehmerinnen die Verkäuferin attraktiver als sich selbst, kam das Geschäft seltener zustande. Gerade junge Frauen würden glauben, ihr Aussehen bestimme die Anzahl ihrer Freunde, ihr Beziehungsglück und ihre Karriere, sagt Price. Frauen konkurrieren miteinander. Empfinden sie eine Geschlechtsgenossin als soziale Bedrohung, könne dies ihr Verhalten beeinflussen: Sie verlassen den Laden.

    05.12.09, Apotheken Umschau,

  • Übergewicht: Wie die Mutter, so die Tochter

    Ist die Mama füllig, haben auch die Töchter ein höheres Risiko übergewichtig zu werden

    Forscher der Peninsula Medical School im südenglischen Plymouth fanden in einer Studie mit 226 Vater-Mutter-Kind-Konstellationen heraus, dass Mädchen ein zehnfach erhöhtes Risiko für starkes Übergewicht haben, wenn die Mutter sehr dick ist. Für Söhne stark übergewichtiger Väter ist die Gefahr sechsmal so hoch.

    Bei den Kindern des jeweils anderen Geschlechts gab es solch eine Wechselbeziehung nicht. Die Wissenschaftler vermuten weniger genetische Ursachen, sondern eher, dass Töchter den Lebensstil der Mutter und Söhne den des Vaters kopieren. Die Studie wurde im International Journal of Obesity veröffentlicht.

    04.12.09, Apotheken Umschau,

  • Schilddrüse: Überfunktion früh behandeln

    Auch Menschen, die nur eine leichte Hyperthyreose haben, sollten Medikamente dagegen bekommen

    Ärzte behandeln eine leicht überaktive Schilddrüse bisher nicht, wenn sie den Patienten keine Beschwerden bereitet. Das könnte zum Nachteil der Betroffenen sein. Menschen mit leichter Überfunktion haben ein erhöhtes Risiko, früher zu sterben, schreiben Forscher in dem Fachblatt Lancet. „Die Befunde legen nahe, dass eine subklinische Schilddrüsenüberfunktion behandelt werden muss“, deutet Professor Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie die Ergebnisse.

    03.12.09, Apotheken Umschau,

  • Gentherapie: Neuer Ansatz bei Mukoviszidose?

    Forscher haben ein gesundes Gen in kranke Lungenzellen eingeschleust – mit Erfolg

    Bei Mukoviszidose bewirkt der Ausfall eines Gens, dass die Lunge zähen Schleim bildet. Krankheitserreger gedeihen dann dort besonders gut. Forscher der Universität von North Carolina in Chapel Hill (USA) berichteten jetzt über Fortschritte auf dem Weg zu einer Gentherapie: Sie isolierten Zellen aus der Lunge von Mukoviszidose-Patienten und schleusten das gesunde Gen in sie ein. Der Eingriff brachte die Zellen dazu, wieder normalen, flüssigen Schleim zu bilden. Die Forscher suchen jetzt nach Wegen, den Gendefekt in der Lunge zu kurieren. Eine Anwendung in der Praxis ist aber noch nicht in Sicht.

    02.12.09, Apotheken Umschau,

    Apotheken Umschau

  • Arme pendeln lassen

    Die Arme unterstützen so die Arbeit der Beine. Zudem sparen wir Energie

    Wenn wir gehen, pendeln unsere Arme automatisch gegengleich zu den Beinen. Auf diese Weise verbrauchen wir am wenigsten Energie, berichten Forscher der Universität von Michigan (USA). Sie ließen zehn Freiwillige auf verschiedene Weise gehen und maßen, wie viel Sauerstoff diese dabei verbrauchten. Ergebnis: Der übliche Bewegungsablauf ist am effektivsten. Die Probanden benötigten zwölf Prozent weniger Energie, als wenn sie beim Gehen die Arme ruhig hielten. Das Pendeln federt offensichtlich die Auf-und-ab-Bewegung des Körpers ab und entlastet so die Beine.

    01.12.09, Apotheken Umschau,

     

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